Löcher
Die Geheimnisse von Green Lake

von Louis Sachar, Brigitt Kollmann

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 39/2000

Die altchinesische Kalligraphin Li Na vermag jedes Zeichen zu verinnerlichen und so wiederzugeben, dass die Betrachter die Bedeutung sofort erspüren können. Ihre noch sehr junge Schülerin San Li erlebt mit, wie Li Na gegenüber dem mächtigen und kaltblütigen Kaiser besteht, der von ihr ein Bild seiner Macht und Herrschaft wünscht. Die Geschichte windet sich mäanderförmig wie ein Fluss durch die Erzähllandschaft, ehe eine erneute Wendung die Lösung des Problems, aber nicht das Ende bringt. Die kraftvollen, ausdrucksstark-schlichten Illustrationen von Silke Tessmer verstärken Andrea Liebers' dramatische und sehr poetische Geschichte. "Li Na und der Kaiser" ist ein ausgezeichnetes Bilderbuch für junge und ältere Märchenliebhaberinnen.Mit den lapidaren Worten "Teil eins - Sie betreten Camp Green Lake" führt der Autor Louis Sachar die Leser unmittelbar in die Geschichte ein. Stanley wurde vom Jugendrichter (für einen nicht begangenen Diebstahl) verurteilt. Die Alternative zum Jugendgefängnis sind 18 Monate Camp Green Lake, für das sich Stanley entscheidet, ohne zu wissen, was ihn dort erwartet: Es liegt mitten in der Wüste von Texas. Dort müssen die (ausschließlich männlichen) jugendlichen Straftäter unter schwierigsten Bedingungen täglich ein großes Loch graben. Wozu?
Der Roman "Löcher. Die Geheimnisse von Green Lake" schlägt den Leser in den Bann, ohne durchgehend Action zu bieten, und ist trotz seines geringen Tempos spannend. Mit einer großen Portion trockenen Humors beschreibt Sachar unspektakulär eine umso unglaublichere und berührendere Geschichte. Mit der Zeit verflechten sich die Begebenheiten vor 110 Jahren mit jenen der Gegenwart. Am Ende hat Stanley nicht nur die 18 Monate überlebt, sondern auch seine Familienchronik zu einem guten Ende geführt.Der Roman "Reise gegen den Wind", dem der 67-jährige Peter Härtling den Untertitel "Wie Primel das Ende des Krieges erlebt" gegeben hat, beruht auf eigenen Erfahrungen und Erlebnissen des Autors als (sudetendeutscher) Flüchtling. Bernd, von seiner Tante Karla Primel genannt, ist zwölf Jahre alt. Nachdem der Vater im Krieg gefallen ist, ertrinkt auch noch kurz darauf die Mutter. Also übernimmt die selbstbewusste und durchsetzungsstarke Tante die Verantwortung für Bernd. Kurz nach Kriegsende flüchten die beiden von Brünn nach Laa/Thaya. Von der Ankunft und dem etwa vierzehntägigen Aufenthalt bis zur Weiterreise nach Wien erzählt diese Lebensgeschichte.
Wie Bernd in vielen Situationen verunsichert ist, so könnten jüngere Leser und Leserinnen am Ende des Buches auch verwirrt und verunsichert sein, was sowohl als Schwäche als auch als Stärke dieses Buches aufgefasst werden kann, das alles andere als glatt ist.

Ilse M. Seifried in FALTER 39/2000 vom 29.09.2000 (S. 60)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Reise gegen den Wind (Peter Härtling)
Li Na und der Kaiser (Andrea Liebers)

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