Kleine Einführung in das Schubladendenken

von Jens Förster

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: DVA
Erscheinungsdatum: 01.03.2007

Rezension aus FALTER 24/2007

Mit 18 Jahren gewann Jens Förster einen Brigitte-Strickwettbewerb. Waren seine Eltern stolz? "Denen war das ziemlich peinlich, und nur die 500 Mark, die ich damals gewann, freuten sie dann doch etwas." Jungs und Stricken? Nein! Jungs und Geldverdienen? Ja!
Stereotypen enthalten Vorstellungen und Erwartungen gegenüber Gruppen, ein "Pseudowissen", das sich zum emotionsbeladenen Vorurteil verfestigt, wenn wir von ihm überzeugt sind. Der strickende Sozialpsychologe Förster wartet mit einer differenzierten Analyse des Schubladendenkens auf, wie bereits der Untertitel "Vom Nutzen und Nachteil des Vorurteils" andeutet. Schubladen haben auch ihr "Gutes", weil sie nämlich Komplexität reduzieren, Orientierung ermöglichen und auch nicht in jedem Falle falsch sind. Freilich: Mit dem "Ausleben" von Vorurteilen beginnt häufig die Diskriminierung, sie werden zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen.
Skeptisch ist Förster, was Gegenstrategien angeht: "Der Wille allein, Vorurteile loszuwerden, macht uns noch nicht zum vorurteilsfreien Menschen." Beispiel: Political Correctness und entsprechende Sprachregelungen erweisen sich oft als Bumerang. Sie fördern Diskriminierung, statt diese zu bekämpfen, wie Förster anhand sozialpsychologischer Versuche zeigt. Das ist auch der einzige Nachteil dieses nützlichen Buches: Die ausführliche Schilderung von Experimenten verstellt den Zusammenhang der Argumentation.

Annette Hexelschneider in FALTER 24/2007 vom 15.06.2007 (S. 64)


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