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Verlag: DVA
Erscheinungsdatum: 01.09.2008

Rezension aus FALTER 22/2009

Mikolaj Lozinski: Reisefieber. Roman. Deutsch von Roswitha Matwin-Buschmann. DVA, 205 S., € 18,50
Nach dem Krebstod seiner Mutter Astrid kehrt der 38-jährige Daniel aus New York in seine Geburtsstadt Paris zurück, nur um die nötigen Formalitäten zu erledigen, wie er meint. Unvermutet wird er in den Strudel ihres Lebens gezogen. Es tauchen auf: eine verschwundene Halbschwester, ein verheirateter Liebhaber, eine blinde Psychotherapeutin, ein Arzt, der am Totenbett die letzten, unverständlichen Worte der Mutter aufgezeichnet hat. Es ist zu spät, der Sohn kommt der eigenen Mutter nicht mehr näher; je mehr er über Astrid erfährt, desto weniger versteht er sie und desto stärker misstraut er seinen eigenen Erinnerungen. Da nützt es auch nichts, die Kindheitsschauplätze aufzusuchen, ihre Wohnung zu durchwühlen, ihre Briefe zu lesen, es fügt sich kein Bild zusammen. Wer war sie, wie war ihr Verhältnis, hat sie ihn geliebt? Nicht einmal seiner Liebe zur New Yorkerin Anna ist er sich sicher, sie entschwindet ihm wie vorher schon die Mutter.
In rastlosen Kreisen zieht David durch Paris, das trotzdem eigenartig unbestimmt bleibt. Leerstellen im Stadtplan wie in der Seele. Angst vor Nähe und Bindung, Unfähigkeit, Gefühle auszudrücken: Daniel ist dabei, Anna dasselbe Unrecht anzutun wie seiner Mutter. So dunkel und düster Orte und Bilder, so klar, dicht und einprägsam die Sprache; als "wahrhaft bergmanesk" lobte die Gazeta
Wyborcza den Debütroman des 28-­jährigen Polen.

Veronika Seyr in FALTER 22/2009 vom 29.05.2009 (S. 23)


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