Was ich am Frühling hasse
Über Singvögel und andere Nervensägen

von Will Cuppy

€ 12,40
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Illustrationenn: Wolf Gruber
Übersetzung: Lutz-W. Wolff
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Comic, Cartoon, Humor, Satire/Humor, Satire, Kabarett
Umfang: 144 Seiten
Erscheinungsdatum: 21.02.2020


Rezension aus FALTER 19/2020

Die monogame Anmutung des Flusspferdes

Über die Ironiefähigkeit von Ornithologen und anderer Vogelnarren liegen keine validen empirischen Studien vor, aber egal: Für all jene, die zum Lachen nicht in den Taubenkobel gehen, wird das 1931 unter dem Titel „How to Tell Your Friends from the Apes“ erschienene Kompendium einen nahezu unerschöpflichen Born der Belustigung bereitstellen. Verfasst hat es der US-amerikanische Journalist Will Cuppy, der unter anderem für den New Yorker und die New York Herald Tribune schrieb, 4000 Kriminalromane rezensierte und 1945 freiwillig aus dem Leben schied.



„Was ich am Frühling hasse“ lautet durchaus passend der Titel der soeben erschienenen deutschen Übersetzung. Neben dem „Titelessay“ und dem kurzen Bericht „Wilde Tiere, die ich kenne“, der auf mäßig genauen Recherchen in dem von Cuppy geliebten Bronx Zoo beruht („Beinahe hätte ich auch einen Biber gesehen“), enthält der Band, den man am besten häppchenweise konsumiert, zwei Dutzend Einträge zur aviformen Fauna und 16 zu Säugetieren.



Faultier und Fliegenschnäpper, Giraffe und Große Trappe, Zebra und Zaunkönig – alle kriegen ihr Fett ab. Wobei der Spott, den dieser Meister des unterschätzten und unternutzten Genres der „Tierkritik“ über den Objekten seiner Betrachtungen ausgießt, durchaus als „liebevoll“ bezeichnet werden darf: „Das Flusspferd ist dick und gut gelaunt. Die Bullen haben sieben Frauen mit einem Gesamtgewicht von einundzwanzig Tonnen. Ihr Femur ist flach. Das Flusspferd sieht monogam aus. Man denkt, es müsste mit einer Frau auskommen.“



In der Fußnote, die an dieser Stelle folgt – und keiner der Einträge kommt ohne mindestens vier davon aus –, erfährt man, dass sich der Autor bei seiner Darstellung „teils auf Intuition und teils auf die nigerianische Volksweisheit“ verlassen hat. Mit alberner Akribie berichtet er Wissenswertes von der Ruppigkeit der Krähe und dem Humor des Eistauchers und weiß selbstverständlich über alles Bescheid, was Sie immer schon über das Sexleben des Kolibris wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

Klaus Nüchtern in FALTER 19/2020 vom 08.05.2020 (S. 34)


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