Franz Schubert

von Malte Korff

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 47/2003

In rund zwei Jahren, am 27. Jänner 2006, wird der 250. Geburtstag Mozarts gefeiert, und alle, die damit irgendwie zu tun haben, sind jetzt schon nervös. Diese Woche, am 19. November 2003, wird der 175. Todestag von Franz Schubert - naja, bestenfalls zur Kenntnis genommen. Etwas mehr Aufmerksamkeit hätte sich der erste echte Wiener unter den großen Komponisten in dieser Stadt schon verdient, auch wenn seine Biografie nicht unbedingt zur popkulturellen Vereinnahmung à la Milos Forman oder Falco taugen mag. Obwohl: Ein Blick auf Schuberts Leben aus ungewöhnlicher Perspektive könnte durchaus spannend sein. Das hatte nämlich wenig mit dem romantisierenden Klischee vom lebensunfähigen "Schwammerl" zu tun, und umso mehr mit Selbstverwirklichung unter widrigsten Umständen.

Der deutsche Musikwissenschaftler Malte Korff informiert in seinem neuen, schlicht "Franz Schubert" betitelten Band der dtv-Porträt-Reihe über Schuberts Ausbruchsversuche aus beengten Verhältnissen, seinen Kampf um die Existenz als Künstler und seinen leisen Widerstand gegen den Metternich'schen Überwachungsstaat. Ganz den vom Internet geprägten Lesegewohnheiten verpflichtet, bietet das Buch einen kompakten Text und viele farbige Abbildungen, die durch zahlreiche Kästen zu Seitenthemen ergänzt werden. Eine Kleinteiligkeit, die der raschen Information dient, im kleinen Taschenbuchformat aber nicht immer wirklich funktioniert.

Weit elegischer legte der Schriftsteller Peter Härtling 1992 sein subjektives, noch schlichter "Schubert" betiteltes Romanporträt an, das nun als Taschenbuch neu aufgelegt worden ist. Thematisch fein vernetzt, aber nicht immer streng den historischen Tatsachen verpflichtet, gewinnt Härtling aus Musik und Bildnissen Schuberts das intime Bild eines Menschen, der gegen seine Einsamkeit ankämpft, bleibt damit zwar dem Schwammerlklischee weitgehend treu, kommt aber wohl immerhin dessen wahrem Kern nahe.

Carsten Fastner in FALTER 47/2003 vom 21.11.2003 (S. 62)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Schubert (Peter Härtling)

Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb