Palace Papers

Die Windsors, die Macht und die Wahrheit | Deutsche Ausgabe. Von der Autorin des Weltbestsellers "Diana. Die Biografie"
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Kurzbeschreibung des Verlags:



Der Amazon No.1-Bestseller



Der SPIEGEL-Bestseller


"Bei den Buchtipps geht es oft um klassische Thriller. Tina Browns Enthüllungsbuch über die Windsors kann hier problemlos mithalten. Ein Pageturner der Extraklasse." FRANKFURTER RUNDSCHAU 13.6.2022

"Es ist die beste und mit über 700 Seiten auch eine der umfangreichsten Chroniken des 'elisabethanischen Zeitalters'" TINA 5.5.2022

"Tina Brown kennt die Windsors wie ihre Westentasche (...) Top recherchiert und unterhaltsam geschrieben" GALA, 28.4.2022


"Eine süffige Mischung aus Psychoanalyse, Skandalroman, politischer Analyse, hochklassigem Gossip und Thriller" PROFIL 25.4.2022

THE ROYAL BOOK OF THE YEAR!

„Nie wieder“ lautete der Schwur, darf so etwas passieren, als der traumatische Tod der Prinzessin von Wales die königliche Familie dazu zwang, sich neu zu erfinden. Tina Brown, die brillante Journalistin und Autorin der besten Diana-Biografie, enthüllt in ihrem neuen Buch die wahre Geschichte der Windsors im letzten Vierteljahrhundert. 
Die Palace Papers nehmen die Leser*innen mit, nicht nur hinter die Mauern des Buckingham Palasts, sondern bieten Innenansichten der königlichen Gesellschaft und ihrer Gewohnheiten. 
In einer faszinierenden chronique scandaleuse erklärt die Autorin kenntnisreich und bestens informiert die stoische Standhaftigkeit der Queen, etwa wie sie mit dem Tod von Prinz Philip umging, aber auch dem ihrer Schwester Prinzessin Margaret und ihrer Mutter, der Queen Mother, und wie sie trotz aller familiären Dramen ihr 50. Krönungsjahr 2002 triumphal beging. 
Lesen Sie

warum Prinz Charles gegen alle Widerstände Camilla durch Heirat zu seiner „Königin“ erkor und die Prinzen William und Harry, auf verschiedenen „Umlaufbahnen“ unterwegs, doch noch damit ihren Frieden machten; 
wie die entschlossene Kate Middleton quasi zur „Retterin“ der Monarchie aufstieg; 
und welches Erdbeben die mehr als verstörenden Anschuldigungen gegen Prinz Andrew im Zusammenhang mit Jeffrey Epsteins Mädchenhändler-Ring auslösten.


Dies wird überzeugend dargestellt, ebenso wie Harrys und Meghans erstaunlicher - und in den Augen der Autorin schlecht vorbereiteter - „Rücktritt“ aus der ersten Reihe der Royals. 
Das „Nie wieder“ einzulösen, ist schwierig für eine so traditionelle Institution wie die britische Monarchie in einer sich divers orientierenden Gesellschaft und mitten im Überlebenskampf der Boulevardpresse in Zeiten der sozialen Medien. Auch die royalen Spin-doctors haben ihren Auftritt in den „Palace Papers“, neben der skandalösen Abhöraffäre durch die Murdoch-Medien, die das Verhältnis von Palast und Öffentlichkeit erneut vor Gerichte brachte.
Tina Browns Familiengeschichte der Windsors ist dank ihrer erstrangigen Quellen voller unbekannter Details und kluger Einblicke in eine „geschlossene Gesellschaft“, die weit über den Netflix-Serienhit The Crown hinausreicht, aber ihm an Süffigkeit und Suchtpotential in keiner Weise nachsteht: ein Meisterwerk, das unsere Sicht auf die königliche Familie für immer verändern wird. 

Mit mehr als 50 farbigen Abbildungen.

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FALTER-Rezension

"Ich liebe die Mischung aus High und Low"

Tina Brown brachte als Chefredakteurin Vanity Fair und The New Yorker auf Vordermann. Danach gründete sie das Online-Medium Daily Beast. Jetzt geht sie die Royals an. Wenn die nur auf sie hören würden

Was liest Tina Brown als Erstes, wenn sie aufwacht? Die 68-jährige Journalistin war Chefredakteurin von klassischen Printmagazinen wie The New Yorker, aber sie hat auch mit dem Daily Beast eine der ersten Online-News-Plattformen erfunden. "Ich lese das Daily Beast noch immer, ich liebe die Mischung aus High und Low", sagt Brown und nimmt ihr Telefon aus der Handtasche: "Sonst lese ich hier auf diesem Ding zuerst die Twitterfeeds von meinen Lieblingsautoren und die New York Times." Nach einer kurzen Nachdenkpause fügt sie hinzu: "Und die Daily Mail natürlich, ich muss ja wissen, was die andere Seite denkt."

Die Engländerin, die seit ihrem Umzug vor knapp 30 Jahren nach Amerika nur zu Kurzbesuchen nach London kommt, ist überpünktlich zum Frühstück im Groucho Club in Soho eingetroffen. Ohne Umstände setzt sie sich in einen der bunten Armsessel im ersten Stock und bestellt einen koffeinfreien Cappuccino. Der Groucho Club wurde in den 80er-Jahren als Alternative zu den verzopften und verstaubten Gentlemen's Clubs gegründet. Er bemühte sich von Anfang an um Frauen als Mitglieder.

Frauen wie Tina Brown. Mit 15 flog die Tochter eines Filmproduzenten wegen schlechten Benehmens aus dem Internat, mit 17 begann sie ihr Studium an der Elite-Uni Oxford. Mit 25 war sie schon Chefredakteurin des Tatler, eines auf die englische High Society spezialisierten Tratschmagazins.

Brown räumte dort schnell mit der ehrfürchtigen Berichterstattung über die Aristokratie auf. Schluss mit dem altmodischhöflichen Umgang mit Royals, Businesselite und Politstars. Die Hochglanzbilder blieben, wurden aber süffig inszeniert -mit jedem anzüglichen Detail, das rund um Buckingham Palace und Westminster Bubble gefunden werden konnte. Dank der englischen Exzentrizität fehlte es daran nie.

Für Brown war Tatler allerdings nur ein Sprungbrett von London nach New York. Sie folgte ihrem Mann Harry Evans 1984 in den Big Apple. Der legendäre Chefredakteur der Sunday Times hatte sich mit Rupert Murdoch zerstritten und war nach Manhattan ausgewandert. Das kompetitive, innovative und schillernde New York war der richtige soziale Spielplatz für Tina Brown. Ihr Wohnzimmer blieb über Jahrzehnte einer der beliebtesten Salons.

Kaum angekommen, wurde Tina Brown 1984 bereits Chefredakteurin von Vanity Fair. Dort wandte sie ihre bei Tatler erprobte Methode an: Sie entstaubte das etwas hochtrabende Monatsmagazin für Mode und Politik und brachte neuen Schwung hinein -ihren Schwung, eine spritzige Mischung aus harter Politik und leicht zu verdauenden Lifestyle-Storys. Das Cover einer hochschwangeren Demi Moore 1991 ist heute Kult.

Nach Browns Abgang lebte Vantiy Fair noch eine Weile ganz gut von ihrem Ruf. Erst 2020 aber verpasste sich das Magazin die nächste, längst dringend notwendige Modernisierungskur. Mit der indisch-amerikanischen Chefredakteurin Radhika Jones hat das 21. Jahrhundert inzwischen auch bei Vanity Fair Einzug gehalten -auf dem Cover landen jetzt Rebellinnen wie Alexandria Ocasio-Cortez. Die Dominanz des weißen Jetsets von New York und Hollywood, die zu Browns Zeiten noch selbstverständlich war, wird zumindest bildlich inzwischen durchbrochen.

Tina Browns Ära in den 80er-und 90er-Jahren gilt als die letzte Renaissance der Printmagazine. Heute sind lukrative Werbebudgets längst zu Youtube und Google abgewandert. Sind Medien obsolet, wenn sie nicht auf Instagram reüssieren? "Die Aufmerksamkeit ist auf Instagram oder Tiktok oft riesig", gibt Brown zu. "Aber Clicks bedeuten nicht unbedingt Wirkung." Da fehle oft die editoriale Richtung. Brown fürchtet auch, dass die Freiheit der neuen und sozialen Medien "nicht unbedingt Pluralität bedeutet".

In den 90er-Jahren, als sie nach Vanity Fair das traditionelle Intellektuellenmagazin The New Yorker als erste Frau übernahm, war das noch ganz anders. Beim New Yorker ging es um Text und die berühmten schwarz-weißen Karikaturen, die bis heute im Heft verstreut sind. Hochglanzfotos von Prominenten als Clickbaits waren nicht vorgesehen.

Wieder landete sie wie eine Bombe in der Redaktion. Wie eine Atombombe genaugenommen. Sie feuerte 70 Redakteure und brachte neue Leute zur Zeitung. Einer davon, David Remnick, leitet den New Yorker bis heute. Die Autorin und Harvard-Professorin Jamaica Kincaid nannte Tina Brown "Stalin auf Stöckelschuhen". Und verließ den New Yorker, in dem sie lange Jahre gefeierte Kolumnen geschrieben hatte.

Einem anderen aufgebrachten Kritiker, der sie in seinem Rücktrittsschreiben beschuldigte, den "Arsch von Prominenten" zu küssen, entgegnete sie gerüchteweise: "Ich bin über Ihren Rücktritt bestürzt, aber weil Sie an sich nie etwas geschrieben haben, ist es eher eine fiktive Bestürzung." Hat sie das tatsächlich gesagt? Tina Brown lächelt. Gerüchte dieser Art würde sie nie dementieren.

Ihre Jahre als Chefredakteurin beim New Yorker von 1992 bis 1998 waren im wahrsten Sinne des Wortes bunt. Einige Jahre vor der New York Times verschrieb Brown dem New Yorker Farbe für die Seiten. Und mehr Farbe in den Geschichten. So wurde das Wochenmagazin, für das schon Hannah Arendt 1963 vom Eichmann-Prozess in Jerusalem berichtet hatte, vertratschter. Aber auch schneller, vor allem bei der politischen Berichterstattung. 1995 gewann Brown für das Magazin den Medienpreis für General Excellence, verliehen von den amerikanischen Chefredakteuren. Es war der erste in der Geschichte des New Yorker.

Wie aber sieht sie die Lage von Printmedien heute?"Ironischerweise tut sich der New Yorker, das älteste meiner Magazine, derzeit am leichtesten. Die Leser sind gewillt, ein Abo zu kaufen." Derzeit im Digitalabo für 59,90 Dollar im Jahr.

Niederlagen aber gab es auch. "Nichts ist langweiliger als jemand, der immer nur gewinnt", sagt sie heute. Als sie 1999 ein neues Magazin aus der Taufe hob -zu Füßen der Freiheitsstatue, umringt von Stars wie Madonna und Salman Rushdie -gedachte sie mit dem neuen Magazin Talk Geschichte zu schreiben. Zweieinhalb Jahre und 50 Millionen Dollar Verlust später war der Traum vorbei.

Ihr Hang zu den Reichen und Mächtigen war auch nicht immer zu ihrem Vorteil. Ihr Partner bei Talk-Media: Harvey Weinstein. Den inzwischen wegen Vergewaltigung verurteilten Hollywood-Mogul nannte sie später einen "Verrückten, der wie ein wilder Stier durch die Redaktion stampfte".

Kaum hatte sie die bittere Niederlage von Talk verdaut, erfand sie sich neu. 2008 gründete sie The Daily Beast. Benannt nach der fiktiven Zeitung in Evelyn Waughs Roman "Scoop" (dt. "Der Knüller") wechselte Brown von den sterbenden Printmagazinen auf den Trend zum Digitalen. Das Online-Magazin wurde ein Soforterfolg, 2010 nannte Time Magazine das Daily Beast eine der fünf wichtigsten amerikanischen Nachrichtenplattformen des Jahres.

Kurz darauf wurde Daily Beast allerdings mit dem Nachrichtenmagazin Newsweek zusammengelegt -"ein letzter Versuch", sagt Tina Brown, "Print durch die Zusammenarbeit mit Digital zu retten". Vergeblich. Die Chefredakteurin von The Newsweek Daily Beast Company wurde als Totengräberin des Magazins gesehen, als es 2012 als gedrucktes Magazin eingestellt wurde. #LastPrintIssue hieß der Hashtag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Tina Brown suchte bald das Weite.

Seit 2013 ist sie vornehmlich als Buchautorin unterwegs. Schon 2007 hatte sie mit den "Diana Chronicles", einer Biografie der unglücklichen Ehefrau von Prinz Charles, einen Achtungserfolg erzielt. 2017 schrieb sie ihre eigene Autobiografie über ihre Jahre bei Vanity Fair.

2022 schließlich legte sie gerade rechtzeitig zum 70. Thronjubiläum von Queen Elizabeth einen weiteren royalen Wälzer vor: die "Palace Papers". Direkten Zugang aber hat auch sie nicht. "Die Windsors haben eben zu viele Häuser", scherzt Tina Brown. "Die Queen ist meistens in Windsor Castle. Buckingham Palace sollte für die Öffentlichkeit geöffnet werden, Charles könnte ihn in Zukunft für öffentliche Auftritte nutzen." Der Palast der Königin hat 101 Schlafzimmer -"kein einziges mit Badezimmer!", verrät Brown: "Einige Gäste haben mir erzählt, wie sie in der Unterhose über den Gang schleichen mussten."

In Ermangelung eines direkten Zugangs zur Queen und ihrer Familie verlegt sich die ehemalige Chefredakteurin eben auf Prognosen. Kann die Monarchie nach dem zu erwartenden Ableben der Queen so weitermachen wie bisher? "Die Art, wie die Queen mit den Medien umgegangen ist, ist heute nicht mehr zeitgemäß", sagt Brown. "Sie hat ja kein einziges Interview gegeben. Das war in den 50er-Jahren noch okay - die Medien waren sehr respektvoll. Heute würden sie sofort über Prinz Philipps Affären schreiben."

Heute verwickeln sich die Königskinder oft in langwierige Medien-Prozesse, wenn ihre Privatsphäre verletzt wird. Harry und Meghan engagierten die berüchtigte Kanzlei Schillings als ihre Vertretung, nachdem die Daily Mail einen privaten Brief Meghans an ihren Vater veröffentlicht hatte. Sie gewannen. "Ich respektiere Harry dafür sehr, er wehrt sich", sagt Brown. Gleichzeitig findet die Medienqueen Brown aber auch, dass die Royals zwar einzelne Schlachten, aber nie den Kampf mit den Medien gewinnen können. Die Royals sollen an sich über dem Tagesgeschäft stehen. Dieses veraltete Konzept führt zu Katastrophen: "Jedes Mal, wenn sich dann einer der Royals zum Interview hinsetzt, endet es schlecht." Bestes Beispiel ist Prinz Andrew, der in einem BBC-Interview 2019 den letzten Rest seiner Reputation verspielte.

Tina Brown wurde für ihre journalistischen Verdienste von der Queen der Orden Commander of the British Empire CBE verliehen. Dank ihrer Doppelstaatsbürgerschaft kann sie sich aussuchen, ob sie US-Republikanerin oder britische Monarchistin ist. Den Briten rät sie: "Die Monarchie abschlanken, nicht abschaffen ist die Devise."

Tessa Szyszkowitz in Falter 24/2022 vom 17.06.2022 (S. 20)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783426278925
Ausgabe 1. Auflage
Erscheinungsdatum 26.04.2022
Umfang 752 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien
Format Hardcover
Verlag Droemer
Übersetzung Ulrike Strerath-Bolz, Stephan Kleiner, Monika Köpfer, Karsten Singelmann, Astrid Becker, Sylvia Bieker, Henriette Zeltner Shane, Nadine Lipp
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