Das ist Amerika
Freiheit, Geschäft und Gewlt in der globalisierten Welt

von Jedediah Purdy, Ilse Utz

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: EVA Europäische Verlagsanstalt
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 41/2003

Will man die Welt verstehen, kann es nicht schaden, die eigenen vier Wände zu verlassen. Es muss aber auch nicht immer nutzen. Es ist diese widersprüchliche Erfahrung, die man immer wieder macht, wenn man Bücher zur Hand nimmt, die zum Teil politische Reportagen, zum Teil Reiseberichte sind - und immer subjektive Erzählungen. Gerhard Waldherr, freier Autor, Deutscher, New Yorker, hat mit "Elvis ist tot" ein Büchlein geschrieben, das die "Schattenseite des amerikanischen Traums" (Untertitel) schildern will. Das ist ihm ganz gut gelungen. Von reißerischem USA-Bashing im Stile eines Michael Moore ist die Sammlung weit entfernt, dazu mag der Autor das Land zu sehr. New York liebt er sogar, auch wenn er manchmal an der Stadt verzweifelt. Diese leise Distanz hilft ihm, schöne Beobachtungen zu machen.

Was man von Jedediah Purdy nicht behaupten kann. Der Jungstar unter den US-Essayisten (Autor des Bestsellers "Das Elend der Ironie") hat sich in "Das ist Amerika" auf eine Weltreise begeben, dabei hat er sich bemüht, nur das zu finden, was er ohnehin schon kennt und weiß. Wie die Vereinigten Staaten die Welt einfärben, wie weit entfernte Kulturen eine Puzzle-Identität entwickeln aus McDonald's, Welthandel und Islam (Globalisierung!), wie sie sich den USA anverwandeln, diese USA aber wiederum sich selbst angleichen, das beschreibt Purdy ebenso wie die Aporien der US-amerikanischen Wesensart und des Geistes des Kapitalismus. Das ist nie ganz falsch und doch meist ohne Tiefgang. Schlichte Geister würden sagen: typisch US-amerikanisch eben.

Robert Misik in FALTER 41/2003 vom 10.10.2003 (S. 27)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Elvis ist tot (Gerhard Waldherr)

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