Die Kunst des Filmschnitts
Gespräche mit Walter Murch

von Michael Ondaatje, Gerhard Midding

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum: 01.01.2005

Rezension aus FALTER 42/2005

Eyes Half Shut

Der Schriftsteller Michael Ondaatje lässt sich von Walter Murch über die Kunst des Filmschnitts aufklären.

Erinnern Sie sich noch an "The English Patient"? Selbst vergessenswerte Filme haben manchmal ihr Gutes, wie die bei den Dreharbeiten geschlossene Freundschaft zwischen Autor Michael Ondaatje und Cutter Walter Murch belegt, aus der zwei Jahre später "The Conversations" (2002) hervorging: Ondaatjes hervorragendes und jetzt in deutscher Übersetzung erschienenes Buch über "Die Kunst des Filmschnitts. Gespräche mit Walter Murch".
Murch, einer der zentralen Protagonisten des New Hollywood Cinema, ist der breiten Öffentlichkeit, quasi von Berufs wegen, auch nach über dreißig Jahren noch praktisch unbekannt: Er machte den Ton bei "The Godfather", den Schnitt bei "Julia", den Ton und den Schnitt bei "The Conversation" und "Apocalypse Now" und arbeitete in wechselnder Funktion an zwei Dutzend weiteren großen Filmen. "Er ist wie ein Konzertpianist", sagt Francis Ford Coppola, einer seiner ältesten Freunde, über Murchs hochmusikalische Arbeitsweise. "In der Filmwelt ist er ein Unikum", so Ondaatje im Vorwort. "Es gibt nicht viele in Hollywood, die derart kenntnisreich über Beethoven, Bienen, Rupert Sheldrake, Astronomie oder Guido d'Arezzo sprechen können."

Diesem Umstand verdanken sich die schönsten Passagen des Buchs. Murch denkt nicht in Hollywoodkategorien; seine Liebe gilt dem Handwerk und der Kunstgeschichte (geht es nach ihm, sind Flaubert, Beethoven und Edison die "Väter des Films"), was immer wieder überraschende Einsichten in seinen Beruf zeitigt. Was die komplizierten Prozesse zwischen Regie und Schnitt bei der Montage eines Films betrifft, nennt er einfach "Schneiden mit halb geschlossenen Augen". Walter Murch: "Man ist nur der Cutter. Man muss sich im Zweifelsfall für den Angeklagten entscheiden. Man darf aber die eigene Meinung auch nicht völlig verleugnen, sonst würde ja nie etwas fertig."

Michael Omasta in FALTER 42/2005 vom 21.10.2005 (S. 58)


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