Die Tinte ist ein Zündstoff
Stanislaw Jerzy Lec - der Meister des unfrisierten Denkens

von Marta Kijowska

€ 18,40
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Verlag: Hanser, Carl
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Kunst, Literatur/Biographien, Autobiographien
Umfang: 176 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.02.2009

Rezension aus FALTER 22/2009

Heuer wäre er 100 Jahre alt geworden – höchste Zeit, den Aphoristiker, Satiriker und Lyriker Stanislaw Lec wiederzuentdecken. Geboren in Lemberg, aufgewachsen in Wien, nach dem Krieg ebendort als Diplomat tätig, befreundet mit Thomas Bernhard oder Oskar Jan Tauschinski, führender Kopf der polnischen Literaturszene im Warschau der 50er- und 60er- Jahre, war Lec ein "Prototyp des mit besonderem, oft bissigem Humor begabten osteuropäisch-jüdischen Intellektuellen". Der Durchbruch gelang ihm erst relativ spät, mit den "Unfrisierten Gedanken", die seinen Weltruhm begründen sollten. Die Biografie von Marta Kijowska zeichnet Lecs Weg von Lemberg nach Wien und retour, die Bekehrung des Bürgerlichen und Kaiser-Franz-Joseph-Fans zum undogmatischen Sozialisten, seine Übersiedlung 1934 nach Warschau, die Internierung im KZ Tarnopol und sein israelisches Intermezzo auf angenehm unaufgeregte Weise nach.
Lecs Kunst des Aphorismus, "die für ihn vor allem darin bestand, den Leser zum paradoxen Denken zu zwingen", liest sich heute noch so frisch wie damals: "Fasse dich kurz. Die Welt ist mit Worten übervölkert." "Sein Gewissen war rein. Er benutzte es nie." "Kopf hoch, sagte der Henker, als er ihm die Schlinge umwarf." "Analphabeten müssen diktieren."

Kirstin Breitenfellner in FALTER 22/2009 vom 29.05.2009 (S. 23)


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