Die Nachricht

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Eine Frau – eine Nachricht – eine Verunsicherung. In ihrem neuen Roman schreibt Doris Knecht über familiäre Geheimnisse und die fatalen Folgen von Frauenverachtung und digitaler Gewalt
"Die Nachricht" handelt von Frauen, deren Souveränität stets aufs Neue infrage gestellt wird – und von den Lügen, die wir gerade den Menschen erzählen, die uns am nächsten stehen.
Vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes lebt Ruth allein in dem Haus auf dem Land, wo die Familie einst glücklich war. Die Kinder haben längst ihr eigenes Leben, während Ruth das Alleinsein zu schätzen lernt. Bis sie eines Tages eine anonyme Messenger-Nachricht bekommt, von einer Person, die mehr über ihre Vergangenheit zu wissen scheint als Ruth selbst.
Doris Knecht schreibt über eine Frau, die plötzlich zur Verfolgten wird, und erweist sich einmal mehr als virtuose Skeptikerin zwischenmenschlicher Beziehungen.

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FALTER-Rezension

Ruth ist keine von denen, die „Verpaartheit als den Maßstab allen Seins glorifizierten“, sie fühlt sich alleine wohl und sicher. Sie hat erfolgreich an ihrer Resilienz gearbeitet, aber nach dem Unfalltod ihres Mannes war es hart. Die Söhne sind lieb, aber sie werden flügge. Das Holzhaus am Fluss ist heimelig, aber das sich leerende Nest weckt Begehrlichkeiten ekelhafter Immo-Entwickler.

Ruth lebt in einem Idyll, dessen Gefährdung ihr bewusst ist. Die Nachricht, ob sie wisse, dass ihr verstorbener Mann eine Affäre gehabt habe, markiert den „Moment, in dem sich meine Verhältnisse verschoben“. Von nun an kommen immer derbere Beschimpfungen auf sämtlichen virtuellen Kanälen daher. Der Täter oder die Täterin muss aus dem nahen Umfeld kommen, und das bedeutet eine fundamentale Verunsicherung. „Bleib auf Distanz, betrachte es wie eine Berichterstatterin, eine Erzählerin, genau das bist du ja.“ Ruth versucht das Stalking zunächst zu ignorieren, für die introvertierte Drehbuchautorin werden die Hassmails aber immer zermürbender, vor allem, weil auch für gut gehaltene Freunde davon zu faseln beginnen, dass es immer zwei Seiten gebe: „Als sei es das ganz normale Fegefeuer, in das ein Frauenleben wie meins halt zwingend führt.“

Knechts Figurenzeichnung ist gewohnt gelungen, und gewohnt exakt ist das Porträt der Gegenwart: Die Protagonistinnen wissen, welche Serien man gerade bingt und wie man Ceviche ausspricht. Diese präzise Beobachtungsgabe dient aber in „Die Nachricht“ einem relevanteren Anliegen; sie führt vor Augen, wie es sich in einem Land lebt, in dem jede siebte Frau schon einmal von Stalking betroffen war und in dem die Zahl der Femizide jährlich steigt. Knecht beschreibt dieses ganze Spektrum an Ungleichheit, das Belästigungspatchwork, diese Müdigkeit angesichts dessen, dass man als Frau immer aufpassen muss, immer. „Ich konnte mich selbst beschützen, aber es war anstrengend.

Dominika Meindl in Falter 33/2021 vom 20.08.2021 (S. 24)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783446271036
Erscheinungsdatum 26.07.2021
Umfang 256 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
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