Was Pflanzen wissen
Wie sie sehen, riechen und sich erinnern

von Christa Broermann, Daniel Chamovitz

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Hanser, Carl
Genre: Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft
Umfang: 208 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.02.2013


Rezension aus FALTER 11/2013

Begonien wie ich und du

Botanik: Daniel Chamovitz erzählt von der erstaunlichen
Welt der Sinneswahrnehmungen von Pflanzen

Natürlich fehlen Pflanzen nicht nur Augen, Nase und Ohren, sondern sie besitzen auch kein Zentralnervensystem, kein Gehirn, das Sinneseindrücke für den ganzen Pflanzenkörper koordinieren und mit Emotionen einfärben könnte. Trotzdem hat sich Daniel Chamovitz dafür entschieden, von pflanzlichem Riechen, Sehen, Fühlen, Hören etc. zu sprechen.
Es geht nicht um Gleichsetzungen, sondern um Vergleiche, und die Erkenntnis, dass Pflanzen zu verblüffend komplexen und weitreichenden Interaktionen mit ihrer Umwelt und miteinander imstande sind. Wer Chamovitz' Buch liest, wird mehr als einmal überrascht sein.
Pflanzen verwandeln Lichtsignale in verschiedene Wachstumsreize. In prägnanten Abrissen erklärt Chamovitz, wie die Wissenschaft ihnen dabei auf die Schliche kam. Immer wieder kommt er dabei auch auf Charles Darwin zu sprechen, der als einer der Ersten Experimente und Beobachtungen zu pflanzlicher Wahrnehmung machte.
Pflanzen messen auch, wie viel Licht sie aufnehmen, und reagieren auf bestimmte Farben des Lichtspektrums. Blaue Lichtanteile bewirken die Neigung zum Licht, rote hingegen nützen Pflanzen zur Feststellung der Tages- und Nachtlänge, wobei sie zwischen hellrotem Licht für die Morgen- und dunkelrotem für die Abenddämmerung unterscheiden.
Chamovitz macht deutlich, dass wir unsere Biologie "nicht nur mit Schimpansen und Hunden teilen, sondern auch mit Begonien und Mammutbäumen". Dabei müsse man es allerdings nicht so weit treiben wie die Schweizer, die im Jahr 2008 eine Ethikkommission zum Schutz der Würde von Pflanzen eingerichtet haben. Denn Pflanzen besitzen nicht die Fähigkeit, unangenehme emotionale Erfahrungen zu machen, mit anderen Worten: Sie leiden nicht.
Und wirklich hören können sie ebenfalls nicht. Sie reagieren höchstens­ auf die Schallvibrationen von Lautsprecherboxen.

Julia Kospach in FALTER 11/2013 vom 15.03.2013 (S. 41)


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