Heiliges Feuer

von Bruce Sterling, Norbert Stöbe

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Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 27/2001

In "Heiliges Feuer" droht der Menschheit dank Medizin und Zellbiologie das ewige Leben. Die Macht liegt in den Händen einer greisen, posthumanen Oberschicht, am Rande der Verjüngungsbrunnen treiben sich junge Revoluzzer, böse Mädchen und Asoziale herum. Zwist, Aufbegehren und Versöhnung: eine ziemlich sentimentale Geschichte, vermutlich Sterlings Debüt im Genre der Midlife-Crisis-Dichtung. Trotzdem muss man das Buch haltlos dafür loben, dass es ihm gelingt, die Leitmotive des Cyberpunks - die Überwindung der menschlichen Natur und die Erfahrung neuer Körperwelten durch Drogen, Cyberspace und Technik - virtuos vorzuführen. Neben William Gibson, der mit seiner programmatischen "Neuromancer"-Trilogie der Literatur den Cyberspace eröffnete, ist Bruce Sterling der zweite hell leuchtende Stern am Himmel der punkigen Science-Fiction. Seiner Fangemeinde präsentiert sich Sterling neuerdings mit Wohlstandsbäuchlein, texanischen Baumwollhemden und schlecht geschnittenen Lederjacken. Seine Romane aber sind immer noch konditionsstarke, schriftstellerische Amokläufe gegen die Anstandsregeln braver Literatur. Alle, die ihre Leseheimat in den unendlichen Weiten zwischen Trash und seriöser Dichtung eingerichtet haben, werden mit Sterling ihre Freude haben.

Franz Gutsch in FALTER 27/2001 vom 06.07.2001 (S. 54)


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