Beastie Boys Buch
Deutsche Ausgabe

von Adam Horovitz, Michael Diamond

€ 41,20
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Übersetzung: Bernd Gockel
Übersetzung: Torsten Groß
Übersetzung: Julian Haefs
Übersetzung: Kristof Hahn
Übersetzung: Urban Hofstetter
Übersetzung: Stephan Kleiner
Verlag: Heyne
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Musik, Film, Theater/Biographien, Autobiographien
Umfang: 542 Seiten
Erscheinungsdatum: 26.11.2018


Rezension aus FALTER 1-2/2019

Pimmel, Punk, Beats und Buddhismus

Das „Beastie Boys Buch“ ist ein mehr als würdiges Denkmal für die Pop-Hipster aus New York

Wir waren 1987 total versoffene Arschgeigen und kamen mit so komplizierten Sachen wie Gefühleausdrücken nicht klar“, schreibt Adam Horovitz in „Beastie Boys Buch“ über jene Zeit, als seine Band gerade die Popwelt regierte. Das Debüt des New Yorker Trios stand als erstes Rapalbum an der Spitze der US-Charts, auf der Bühne tanzten spärlich bekleidete Frauen in Käfigen, Bier spritzte und als Höhepunkt der Show erhob sich ein hydraulischer Riesenpenis.

Damals sind die Beastie Boys zufällig Dave Parsons wieder begegnet, jenem Plattenhändler, der 1982 ihre im Teenageralter eingespielten ersten Punkaufnahmen veröffentlicht und dann ein neues Leben begonnen hatte. Doch das Treffen blieb oberflächlich. Jahre später gab es wieder mehr Kontakt und die Band finanzierte dem bereits schwerkranken Parsons ein Jahr vor seinem Tod noch eine Geschlechtsumwandlung, getarnt als Tantiemenzahlung für die alte Platte.

Eine für die Beastie Boys charakteristische Episode: Aus postpubertären Partyrap-Knalltüten wurden selbstbestimmt agierende Pop-Hipster, die exemplarisch vorlebten, wie Spaß und politische Korrektheit unter einen Hut passen. Irgendwann waren sie bei Buddhismus und großen „Free Tibet“-Benefizkonzerten gelandet, ohne mit erhobenem Zeigefinger zu nerven.

„Beastie Boys Buch“ ist keine klassische Bandbiografie. Es ist, gut zwei Kilo schwer und knapp 600 Seiten dick, eine prall gefüllte Wundertüte. Selbstironisch und -kritisch erzählt es – reich illustriert und prächtig gestaltet – kurzweilig, anarchisch, detailverliebt und klug von der bedeutendsten Popband, die New York in den letzten 30 Jahren hervorgebracht hat.

Gleichzeitig enthält es die Geschichte eines Erwachsenwerdens im Rampenlicht. Eine Geschichte, die weniger von Ernüchterung und der Notwendigkeit des Leisertretens erzählt als vielmehr davon, Leidenschaft und Gelassenheit zu verbinden. Für schnöde Faktenhuberei bleibt da nur bedingt Platz, wichtiger als sachliche Details zum biografischen Background der Bandmitglieder sind Streifzüge durch die New Yorker Clubwelt der frühen 1980er und umfangreiche Abhandlungen zum perfekten Mixtape.

Mit dem Buch haben Michael Diamond und Adam Horovitz ihrer Band und insbesondere ihrem 2012 47-jährig an Krebs verstorbenen Kollegen Adam Yauch ein mehr als würdiges Denkmal errichtet. Unterstützt von originellen, erhellenden oder einfach nur durchgeknallten Gastbeiträgen prominenter Autorinnen und Autoren ist ihnen eines der mitreißendsten Bücher zum Thema Popkultur gelungen, die in der jüngeren Vergangenheit erschienen sind.

Bei aller Üppigkeit weiß es auch im richtigen Moment innezuhalten. Etwa wenn Horovitz so nüchtern wie berührend schreibt, dass nicht Streit, kreative Differenzen oder sonstige Dummheiten das Ende der Band besiegelten: „Unser letztes Album (…) war unser letztes Album, weil Adam an Krebs erkrankt und gestorben ist. Wäre das nicht passiert, würden wir wohl jetzt gerade, während ihr diese Zeilen lest, im Studio stehen und das nächste Album aufnehmen. Traurigerweise sollte es dazu nicht kommen. Traurig. Traurig. Scheiße, zu traurig, um darüber zu schreiben.“

Gerhard Stöger in FALTER 1-2/2019 vom 11.01.2019 (S. 28)


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