Die Unbeholfenen
Bewustseinsnovelle

von Botho Strauß, Michael Krüger

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum: 19.09.2008

Rezension aus FALTER 42/2008

Ganz am Rand, dort, wo profane
Industriebauten einen engen Gürtel um die Stadt ziehen, findet sich ein Haus, in dem über Gott und die Welt, vor allem aber über die "Signatur des gegenwärtigen Zeitalters" philosophiert wird. Ich-Erzähler Florian besucht dort seine neue Freundin Nadja, die mit ihren drei Geschwistern Ilona, Elena und dem "verwachsenen" Albrecht im urbanen Grenzgebiet lebt. Hinzu kommt Romero, der ehemalige Liebhaber von Nadja.
In diesem philosophischen Kammerspiel wird so feinsinnig über die Gegenwart geredet, als befänden wir uns tief in der Vergangenheit. Da der Autor dieser "Bewusstseinsnovelle" annähernd so öffentlichkeitsscheu ist wie Thomas Pynchon und das Tonstudio ebenso scheut wie die Lesebühne, muss sein Verleger ran. Michael Krüger, Chef beim Hanser Verlag und selbst Autor, liest mit leicht katarrhalischem Timbre und hat zum Glück überhaupt nichts von einem Schauspieler: Hier sitzt einer am Mikrofon, der versteht, was er sagt, und uns so dieses spielerische, spätest­ro­mantische Gedanken- und Ideenbuch schön einschmeichelnd, ein bisschen wie ein Märchenonkel im Ohrensessel zu Gehör bringt. So werden diese "Reflexionsmenuette", die bei stiller Lektüre zunächst ein wenig hölzern wirken, im Krüger'schen Leserhythmus richtiggehend sinnlich.

Ulrich Rüdenauer in FALTER 42/2008 vom 17.10.2008 (S. 20)


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