Wer Lyrik schreibt, ist verrückt
Rühmkorf und Enzensberger live

von Hans Magnus Enzensberger, Peter Rühmkorf

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum: 25.07.2008

Rezension aus FALTER 52/2008

Sie gehören zwar beide zu jener ­Clique, die den bundesdeutschen Literaturbetrieb geprägt haben, waren aber stets mit ganz unterschiedlichen Temperamenten gesegnet: die Lyriker Hans-Magnus Enzensberger und Peter Rühmkorf. Der eine ein umtriebiger, seine vielfältigen Interessen mannigfaltig ausdrückender Geist, stets dem Zeit- und Weltgeist auf der Spur; der andere ein Wortakrobat, der auch mit derberem Witz dem
Unbehagen an der Gegenwart zu
Leibe rückte und sich dabei seine Ahnen Brecht und Benn ans Revers heftete.
1999, als die beiden Dichter ihren 70. Geburtstag feierten, lud der NDR sie zu einer Veranstaltung ein – die natürlich grandios wurde und nun auf zwei CDs nachzuhören ist. Enzensberger und Rühmkorf spielen Pingpong mit ihren Texten, lesen zunächst ihre jeweils eigenen und dann die des anderen. Sie tun das mit beharrlicher Spitzbübigkeit und eindeutigem Impetus auf der einen, mit spielerischer Verve und trotzigem Witz auf der anderen Seite.
Dass sie sich bei aller Verschiedenheit schätzen und mögen, spürt man sofort – wahrscheinlich wären sie zum 80. wieder zusammengekommen, wenn Peter Rühmkorf nicht im Juni dieses Jahres gestorben wäre. "Schaut nicht so bedeppert in diese Grube", hat er den Lesern kurz vor seinem Tod zugerufen. Tun wir nicht, auch wenn Rühmkorf fehlt.

Ulrich Rüdenauer in FALTER 52/2008 vom 26.12.2008 (S. 27)


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