Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde
Eine wahre Geschichte

von Michael Greenberg

€ 20,60
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Übersetzung: Hans-Christian Oeser
Verlag: Hoffmann und Campe
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Angewandte Psychologie
Umfang: 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 16.02.2009

Rezension aus FALTER 27/2009

Der aus New York stammende Publizist Michael Greenberg (er schreibt unter anderen für die Village Voice und die New York Review of Books und hat eine Kolumne in Times Lite-rary Supplement) musste erleben, wie seine 15-jährige Tochter der Wirklichkeit abhanden kam. Darüber hat er – mit ihrem Einverständnis – aus der
Distanz von einigen Jahren ein Buch geschrieben. Greenberg erzählt aus der Sicht des begleitenden Angehörigen, der nach dem Kollaps alles neu überdenkt. "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" ist der bewegende Versuch, in diese einsame andere Wirklichkeit vorzudringen.
Kann man Wahnsinn erahnen? Sendet er Vorboten? Falls ja, dann hat Michael Greenberg die Zeichen nicht erkannt. Froh, dass Sally frühe Schulschwierigkeiten in den Griff bekommen hat, sieht er sie den Triumph genießen – obsessiv vertieft in Bach und Shakespeare-Sonette, zu denen sie eifrig Notizen macht. Der Vater hatte sie gegenüber skeptischen Lehrern stets verteidigt. Nun aber stutzt er. Auf dem Couchtisch sieht er die Reste einer solchen wuchernden Nacht, wirr vollgekritzelte Seiten. Eine Grenze scheint überschritten.
Greenbergs authentischer Bericht rückt einem beim Lesen zu Leibe wie wenig sonst. Am Ende versteht man etwas besser, was man unter "akuter Psychose" versteht. Wie fremd diese Krankheit macht. Rasch öffnet sich der Abgrund, rasch. Sie schüttelt Fußgänger und spricht wie unter Drogen. Sie springt auf eine stark befahrene Straße, fest davon überzeugt, die Autos anhalten zu können. Sie betrachtet versonnen spielende Kinder und glaubt, nur sie wüssten noch um ihre angeborene Genialität. Visionen peinigen Sally und beuteln ihren Körper.
Nicht nur der Verlauf einer Krankheit erschüttert einen, sondern auch die mitaufgeworfenen Fragen: Wann kippt Kreativität in Wahn? Wie dringt man vor zu einer wie Sally? Wie fühlt es sich an, die Tochter den Ärzten zu überlassen? Neben der schmerzlichen Geschichte seiner Tochter schreibt Greenberg die Geschichte der Angehörigen – ohne Larmoyanz und berückend ehrlich erzählt er von den Veränderungen, mit denen alle Betroffenen nach dem Tag X umgehen müssen.

Anja Hirsch in FALTER 27/2009 vom 03.07.2009 (S. 17)


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