Der Weg zurück
Eine Sporterzählung

von Johannes Dürr, Martin Prinz

Derzeit nicht lieferbar
Lieferung in 2-7 Werktagen

Verlag: Insel Verlag
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien
Umfang: 350 Seiten
Erscheinungsdatum: 21.01.2019


Rezension aus FALTER 5/2019

Der Athlet, für den Aufgeben nicht gilt

Nach einer ARD-Dokumentation, in der er über seine Karriere und erstmals detailliert über Doping sprach, ist der Langläufer Johannes Dürr derzeit wieder in allen Medien. Fünf Jahre liegt es zurück, dass er wegen einer positiven Dopingprobe von den Olympischen Spielen in Sotschi ausgeschlossen wurde. Dürr hatte in seiner Paradedisziplin über 50 Kilometer zum erweiterten Favoritenkreis gezählt.

Die Geschichte des niederösterreichischen Ausdauersportlers hätte damals im Februar 2014 enden können. Stattdessen tat er sich mit dem Autor Martin Prinz zusammen, selbst begeisterter Hobby-Langläufer. Die letzten Jahre arbeiteten sie an dem Projekt „Der Weg zurück“, trainierten gemeinsam und schrieben in Ruhestunden an dem gleichnamigen Buch. Es erzählt eine facettenreichere Geschichte, als ein Fernsehbeitrag über einen Dopingsünder zeigen kann.

Schon einmal hat Dürr sich zurückgekämpft. Als Jugendlicher galt er bereits als Ausnahmesportler, er war sowohl ein Talent als auch ein Beißer. Doch ausgerechnet als er von Junioren-Bewerben auf die Weltcupbühne vortreten sollte, spielte sein Körper nicht mit. Pfeiffersches Drüsenfieber warf ihn weit zurück. Es folgte ein neuer Trainer, mit dessen Methoden er nicht zurechtkam, was wieder Zeit kostete. In Wettkämpfen geht es oft um Sekunden. Doch es braucht Jahre und unglaublich viele Faktoren müssen zusammenstimmen, um irgendwann auch nur in die Nähe der Weltbesten zu kommen, die sich derart knappe Rennen liefern. Dürr kam näher. Ein Jahr vor Sotschi beschloss er, einen Schritt weiter zu gehen.

Der saubere Weg zurück soll heuer mit einer Teilnahme an der Nordischen Ski-WM sein Ende finden. Das Buch beschreibt die Mühen, sich noch einmal an die Spitze heranzutasten. Diesmal ohne Team im Rücken, denn für den ÖSV ist Dürr bis heute ein rotes Tuch, der Verband sieht ihn als Einzeltäter. Ob er sein angestrebtes Ziel erreicht, ist vielleicht sogar zweitrangig. Der noch schwierigere Weg dürfte für den Besessenen der Ausstieg aus dem Leistungssport werden.

Sebastian Fasthuber in FALTER 5/2019 vom 01.02.2019 (S. 32)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
Warenkorb anzeigen