Café Saratoga
Roman

von Malin Schwerdtfeger

€ 20,10
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Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Umfang: 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 17.08.2001

Rezension aus FALTER 49/2001

Dieses Frühjahr debütierte Malin Schwerdtfeger mit einem Erzählband ("Leichte Mädchen") - rein äußerlich eine von diesen vielen jungen Frauen, deren Manuskripte seit einiger Zeit gedruckt werden, tatsächlich aber eine Autorin, die erzählen kann und die etwas zu erzählen hat. Dass sie auch die große Form, den Roman also, beherrscht, bestätigt "Café Saratoga", eine, gelinde gesagt, komplizierte Familiengeschichte, die in den Jahren um die Wende ihren Höhepunkt erreicht. Es ist der Bildungsroman einer ganz jungen Frau, die sich unversehens vom einen politischen System ins andere verpflanzt sieht, es ist aber auch ein Entwicklungsroman aus der letzten dramatischen Phase der Pubertät, der keine nur denkbare Körperflüssigkeit auslässt. Schließlich handelt dieser Roman auch noch vom überaus komplizierten Verhältnis zwischen den Polen und den Deutschen - eigentlich wäre hierfür also Günter Grass zuständig. Schwerdtfeger nutzt die Chance der zeitlichen und wohl auch biografischen Distanz. Wo sie komisch ist, zwinkert sie nicht auch noch mit den Augen, wo ihre Figuren verwackelt sind, genügt ihr das als Effekt, mit ihrem sicheren Blick für Kleinigkeiten zeichnet sie politische und historische Widersprüche vielleicht schärfer, als sie mit einer kühnen epischen Apparatur zu erkennen wären. So gewinnt man vielleicht keinen Nobelpreis, die Klagenfurter Jury, die Schwerdtfeger letztes Jahr ein Stipendium der unabhängigen Plattform kulturinteressierter Kärntner zusprach, kann sich jedoch bestätigt fühlen.

Tobias Heyl in FALTER 49/2001 vom 07.12.2001 (S. 76)


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