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Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 47/2000

Der Name verpflichtet. Auch wenn Nicholas Shakespeare zuerst einmal Literatur studierte und als Journalist arbeitete, "bevor er zu schreiben begann", wie der Klappentext berichtet. Das Resultat von Shakespeares Schriftstellerei waren bislang eine voluminöse Biografie und drei Romane, wovon zwei freilich wiederum relativ unvermittelt an seine früheren Reportagen aus Lateinamerika anknüpften - und damit indirekt auch an seine Kindheit als Diplomatensohn ebenda. So wird der Leser des bislang letzten Romans, "Der Obrist und die Tänzerin", in das Peru der Achtzigerjahre versetzt und erfährt vom Terror des "Leuchtenden Pfades" und der Verfolgung seines Anführers Abimael Guzman (im Roman "Presidente Ezequiel"). Der heute 43-jährige Brite versteht es, gleich spannend wie raffiniert von fremden Menschen und Ländern zu berichten - und hat damit einige Kritiker nicht zufällig an die Prosa von Bruce Chatwin erinnert.Acht Jahre lang arbeitete er an seiner monumentalen Chatwin-Biografie, führte mit 50 Zeitzeugen in 22 Ländern ausführliche Interviews. Und füllte damit letztlich mehr als 800 Seiten, die frei sind von groben Psychologisierungen, stattdessen aber die Begabungen und ambivalenten Charakterzüge Chatwins, aber auch seine Reisen und zwischenmenschlichen Begegnungen umso detailreicher rekonstruieren. Ein wenig schade ist es, dass Shakespeare in seinem vor chatwinesken Anekdoten strotzenden Buch fast bis zur Hälfte braucht, ehe es um den Schriftsteller Chatwin geht - der indes nicht erst mit "In Patagonien" zu schreiben begonnen hatte.

Klaus Taschwer in FALTER 47/2000 vom 24.11.2000 (S. 70)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Der Obrist und die Tänzerin (Nicholas Shakespeare, Roger Bromley)

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