Werner Heisenberg
Das selbstvergessene Genie

von Ernst Peter Fischer

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 41/2001

Der Physiker Werner Heisenberg würde im November hundert Jahre alt. Nach wie vor heiß umstritten ist die Frage, inwieweit sich der nobelpreisgekrönte Forscher mit den Nazis arrangierte und welche Rolle er im deutschen Atomprojekt spielte.

Während Thomas Powers vor einigen Jahren im mittlerweile vergriffenen Buch "Heisenbergs Krieg" dem Physiker und seinen Mitarbeitern eine Schlüsselposition beim bewussten Scheitern der deutschen Anstrengungen zum Bau einer Atombombe zuschrieb und ihn so quasi entschuldigte, bezieht Paul L. Rose in seiner kulturwissenschaftlich orientierten Studie nun eine Gegenposition: Heisenberg und seine Kollegen hätten sehr wohl alles darangesetzt, Erfolg zu habenWer sich hingegen in das Leben und Werk Heisenbergs mit all seinen Höhepunkten und Tiefschlägen vertiefen will, dem ist das über 700-seitige Werk von David C. Cassidy zu empfehlen: Es ist blendend übersetzt und bewegt sich auf höchstem wissenschaftshistorischen NiveauDoch kein Centenarium, das nicht auch schräge Schatten wirft: Ausgerechnet der Piper Verlag, der Heisenbergs Schriften betreut, publiziert zum hundertsten Geburtstag seines Autors ein mangelhaft recherchiertes, in einem grauenhaften Undeutsch hingeschludertes Buch mit dem Untertitel "Das selbstvergessene Genie"Der Physiker Werner Heisenberg würde im November hundert Jahre alt. Nach wie vor heiß umstritten ist die Frage, inwieweit sich der nobelpreisgekrönte Forscher mit den Nazis arrangierte und welche Rolle er im deutschen Atomprojekt spielte.

Gelungene Wissenschaftspopularisierung liefert hingegen das Theaterstück "Kopenhagen" von Michael Frayn, das nun auch endlich auf Deutsch vorliegt. Es hat die Vortragsreise Heisenbergs im September 1941 in das besetzte Dänemark und die mythenumrankte Begegnung zwischen ihm und Niels Bohr zum Thema. In der englischsprachigen Theaterwelt hoch gefeiert, ist es den Wiener Theatern bisher entgangen. Das Thema ist aktuell: das Vergessen.

Wolfgang L. Reiter in FALTER 41/2001 vom 12.10.2001 (S. 30)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Werner Heisenberg (David C. Cassidy, Andreas Kleinert, Gisela Kleinert)
Heisenberg und das Atombombenprojekt der Nazis (Paul L. Rose, Angelika Beck)
Kopenhagen (Michael Frayn)

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