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Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 01.01.2005

Rezension aus FALTER 25/2005

Die Entziehungsklinik stellt sich Augusten wie ein Wellnesshotel vor: Endlich mal was für Körper und Seele tun! Aber nicht nur die ästhetischen Erwartungen des jungen homosexuellen Werbetexters werden enttäuscht. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase nimmt die Handlung dennoch einen überraschend linearen Verlauf. Von der Gruppentherapie zu den Einzelsitzungen, von den Treffen der anonymen Alkoholiker zur Solidarisierung mit anderen Trinkern fügt sich die Hauptfigur von "Trocken!" entschlossen in ihr Leben ohne Alk.

Der neue, semifiktionale Erlebnisbericht von Augusten Burroughs, der in seinem Debüt "Krass" seine verheerende Kindheit schilderte, lässt an einen Entwicklungsroman denken. Die bisweilen klischeehaften Beziehungen und Rollenschemata verzeiht man dem Buch ob seiner guten Lesbarkeit und seines beiläufigen Humors. Etwa wenn der frisch entzogene Augusten eine Werbekampagne für eine deutsche Biermarke entwerfen muss. Auch ein cracksüchtiger Liebhaber und ein an Aids sterbender Freund ändern nichts an dem schnellen, vorwärts drängenden Duktus des Buches. Dem von seinem Namensvetter William S. Burroughs geprägten Genre "Suchtroman" fügt der Autor zwar höchstens eine Light-Variante hinzu, schafft es aber auf unprätentiöse Weise, aus eigener Erfahrung Einsichten in Abhängigkeit und Abstinenz sowie den täglichen Kampf mit unstillbarer Sehnsucht zu vermitteln.

Nicole Scheyerer in FALTER 25/2005 vom 24.06.2005 (S. 59)


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