Die Vermessung der Welt

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Kurzbeschreibung des Verlags:


Mit hintergründigem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.

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FALTER-Rezension

Beherrscht das Netz, stochert nicht nur darin herum!

Der Wiener Informatiker Georg Gottlob erforscht die Weiten der digitalen Welt. Ihn schockt, wie wenig Schüler und Studenten über die Mechanismen des Internets wissen

Georg Gottlob ist einer der besten Informatiker Österreichs. Manche halten ihn sogar für ein Genie. Jedenfalls ist er ein Wissenschaftler, dessen Sprache man versteht. Er lässt sein Gegenüber an seinem Gedankengang teilhaben, Schritt für Schritt. Während dieses Gesprächs kamen ihm Ideen für mindestens zwei neue Computerprogramme.

Falter: Herr Professor, Sie sind mit einer Italienerin verheiratet. Als Sie sich kennenlernten, gab es weder Parship noch Tinder. Würde Sie eine gute Dating-Plattform heute auch matchen?
Georg Gottlob: Möglicherweise. Ich kenne nämlich sehr, sehr viele Leute, die exzellent zueinanderpassen und sich durch das ­Internet gefunden haben. Ein Freund von mir hat so seine Lebensgefährtin kennengelernt. Im Kaffeehaus hätte er sie nie getroffen.

Das heißt, Liebe lässt sich logisch programmieren?
Gottlob: Es kommt auf die Menge der kontaktwilligen Kandidatinnen und Kandidaten an und vor allem auf die richtigen Attribute, um Leute zu beschreiben. Dass Raucher keine Nichtraucher mögen und umgekehrt etwa, das ist Weltwissen, aber man könnte es auch logisch bestimmen, aufgrund von Statistiken, wenn man möchte. Zum Partnerschaftlichen gibt’s ja schon sehr, sehr viel Erfahrung, etwa in herkömmlichen Heirats- und Partnerinstituten. Auch Scheidungsgründe lassen sich analysieren. Der Clou bei Parship und anderen Plattformen ist natürlich, dass man weiß, die anderen suchen auch jemanden. Ich fische innerhalb eines Teiches, wo die Fische auch gefischt werden wollen.

Sie haben eine Firma gegründet, die darauf spezialisiert ist, sinnvolle Informationen aus dem Netz zu saugen. Im Netz gibt es unglaublich viele Informationen, aber vieles davon ist Müll. Wie findet man die Perlen?
Gottlob: Mit Lixto, einem Spin-out der TU Wien, wurde eine Technologie für „competitive intelligence“-Lösungen geschaffen. Die Software durchforstet Angebote einer Branche, etwa Hotels oder Gebrauchtwagen, und findet heraus, wie sich Preise verändern. Das muss man sich wie ein Peri­skop vorstellen, das ins WWW schaut. Das ist nicht so trivial, wie es klingt. All diese Informationen findet man auf herkömmliche Weise im Web, aber unsere Software kann alles in Echtzeit im großen Stil durchsuchen und analysieren. Für Mitbewerber ist das sehr wertvoll.

In der Politik nannte man das Spionage.
Gottlob: Ja, aber es ist Spionage von öffentlich zugänglichen Daten. Inzwischen haben McKinsey & Co Lixto gekauft, und die Technologie wird dort sehr erfolgreich als „Market Vision“ im Rahmen der McKinsey Periscope Solutions verwendet.

Haben Sie gut verdient damit?
Gottlob: Ich darf nicht sagen, wie viel, aber ich freue mich natürlich, dass 16 ehemalige Lixto-Mitarbeiter jetzt in Wien bei McKinsey arbeiten und für diese Firma weltweit Daten aufbereiten. Mit meiner zweiten Firma, Wrapidity, die ich in Oxford mit meinen Mitarbeitern aufgebaut habe, untersuchen wir gerade den englischen Immobilien­markt. Auch Wrapidity haben wir schon verkauft, an eine Firma im „Media Intelligence“-Bereich, deren Namen ich leider noch nicht sagen darf. Es gibt in England bis zu 12.000 Real Estate Agencies, einige Homepages bieten einen Überblick, aber es gibt niemanden, der alles vergleicht und analysiert.

Was kann Wrapidity besser als Lixto?
Gottlob: Bei Lixto brauchte es am Anfang einen Menschen, der dem Programm erklärt, wie es die Daten aus bestimmten Web­sites raussaugt. Das war quasi handgestrickt. Was aber, wenn wir die Daten aus 10.000 Websites raussuchen wollen? Da würde ich 100 Leute brauchen, um das zu machen. Wir hatten Lixto damals bei Google vorgestellt, aber Google hat gesagt, nein, das ist zu personenintensiv, daran sind wir nicht interessiert. Jetzt arbeiten wir mit künstlicher Intelligenz. Als Nächstes wollen wir nicht Immobilienangebote, sondern Firmennews automatisiert aufbereiten.

Könnten Sie auch ein Programm schreiben, das Verschwörungstheorien im Netz erkennt und eliminiert?
Gottlob: Das wäre prinzipiell schon möglich, weil die linguistische Analyse von Netz­inhalten ziemlich weit fortgeschritten ist. Man kann zwar die Sprache noch nicht genau fassen, aber man kann gewisse Tendenzen erkennen, mit einer sogenannten „Sentiment Analysis“. Sie erkennt, ob eine Nachricht, ein E-Mail oder ein Blog für oder gegen etwas ist. In Summe gibt es vielleicht 15 bis 20 konkrete Verschwörungstheorien, die immer wieder kommen, wenn man die von vornherein kennt, dann könnte man linguistische Tools machen, die sie im Web erkennen. Nur zum Aufspüren neuer, unbekannter Verschwörungstheorien ist die Technologie noch nicht reif.

Wenn ein Anti-Neonazi-Filter kein Problem ist, warum macht das Facebook zum Beispiel noch nicht?
Gottlob: Geheimdienste und Polizei scannen das Netz sicher automatisch auf neonazistische Wiederbetätigung oder andere Radikalismen im Zuge der präventiven Terrorbekämpfung. Das lässt sich aus den Millionen von Blogs, Facebook- und Twitter-Einträgen so weit herausfiltern, dass am Ende pro Tag vielleicht 200 neue bedenkliche Inhalte vorliegen, die dann von einem menschlichen Experten untersucht werden.

Das klingt so, als wüssten Sie mehr.
Gottlob: Ich kann nicht sagen, wie ich involviert bin. Aber es ist möglich, so etwas zu machen, und es ist auch sinnvoll. War­um nicht? Jedenfalls mache ich nichts Unethisches.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, was sie alles im Netz preisgeben.
Gottlob: Es ist wirklich eine Revolution. Früher hatten nur privilegierte Leute das Recht zu publizieren. Heute kann jeder alles ins Web stellen. Es machen Leute irgendwas auf Youtube und werden plötzlich berühmt. Sie kriegen tausende Hits und Likes und werden zu Stars. Man setzt sich einer zufälligen Öffentlichkeit aus, die durch Suchmaschinen nicht mehr ganz so zufällig ist. Die Chance, entdeckt zu werden, ist natürlich aufgrund des ungeheuren Massenangebots an Unsinn relativ gering, aber es ist möglich. Der Preis für diese potenzielle Bekanntheit und Berühmtheit ist, dass man viele persönliche Daten und Bilder ins Web stellt, was man nachher oft bereut und was missbraucht werden kann.

Und die Verbubbelisierung der Gesellschaft. Menschen leben in ihrem Facebook-Algorithmus und engen sich und ihr Denken immer mehr ein.
Gottlob: Bei Facebook ist das so, das stimmt. Ich bin selbst kein Facebook-Anhänger, ich habe zwar eine Facebook-Seite, aber ich verwende sie nicht, eben auch deshalb, weil es zu viel Zeit kostet, wenn man so viele Leute­ kennt. Aber wenn ich etwas allgemein ins Web stelle oder twittere, dann ist das einer unbekannten Allgemeinheit preisgegeben­ und somit ident mit einer Publikation. Publikation heißt ja: Ich gebe etwas an eine Öffentlichkeit weiter, die mir gar nicht bekannt ist.

Hinken wir in der Ausbildung und im Umgang mit diesen neuen Möglichkeiten nicht ungeheuer hinterher?
Gottlob: Ja, da hinken wir nach. In der Schule bringt man den Kindern nicht bei, wie vernünftiges Suchen und Finden von Information im Web funktioniert. Früher haben die erstsemestrigen Studenten eine Einführung in die Bibliotheksbenützung bekommen. Heute sollte man eigentlich schon in der frühen Mittelschule eine Einführung bekommen: Wie suche ich effizient im Internet, was kann ich finden, was gibt es überhaupt für Ressourcen? Die meisten Leute wissen gar nicht, was es alles für tolle Ressourcen gibt. Man sollte in der Schule aber auch die Problematik der Privacy thematisieren. Wenn sich jemand mit einer Bierflasche in halbtrunkenem Zustand auf Facebook fotografieren lässt und drei Jahre später um eine Stelle bewirbt, hat er ein Problem. Bei internationalen Bewerbungen muss man oft Firmen Zugang zu seiner Facebook-Seite und sonstigen Social-Media-Einträgen gewähren. Das kriegt man dann kaum mehr weg. Das eigentliche Problem ist, dass viel Information für ewig im Web bleibt.

Sind Sie für ein Recht auf Vergessen?
Gottlob: Absolut. Es werden Strafen sogar aus dem Strafregister getilgt, das heißt, die Gesellschaft hat erkannt, dass das Recht auf Vergessen etwas Vernünftiges ist. Im Web gibt es das nicht, selbst was man löscht, besteht weiter, etwa im Webarchiv archive.org, wo Milliarden von Websites gespeichert sind. Allein dadurch ist das Recht auf Vergessen schon verletzt.

Wie suchen Sie als Profi im Netz? Verwenden Sie Google, oder verwenden Sie ein spezielles Suchprogramm?
Gottlob: Google, aber ich verwende einige Tricks beim Suchen. Zum Beispiel logische Verknüpfungen von Stichwörtern mit „AND“ „OR“ und „–“ und „+“ oder regionalen Eingrenzungen wie „site:at“. Dazu verwende ich noch andere Tricks. Wenn ich eine Liste von in Österreich verfügbaren Kaffeemarken suchen will, gebe ich einfach drei solche Marken ein, etwa „Alvorada, Meinl, Naber“, und dann kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit Links zu Seiten mit weiteren Marken. Alle, die das nicht wissen, stochern im Netz nur herum. Man muss selber logisch denken und muss verstehen, wie die Logik des Suchens funktioniert. Das kann man lernen.

Sie wissen auch nicht, wie ich falsch von richtig im Netz unterscheide.
Gottlob: Das ist eine ganz andere Sache: Wie beurteile ich Websites? Gut, das könnte man auch über Zeitungen sagen, wie unterscheide ich falsch von richtig bei Hetz­artikeln in Zeitungen? Auf der anderen Seite, was ist falsch und richtig, da muss man schon aufpassen, dass da nicht wieder zu viel Richtiges als falsch oder Falsches als richtig erkannt wird. Da muss jemand die Autorität haben zu sagen, was falsch und richtig ist.

Vielleicht eine europäische Agentur, die auch einmal das Netz aufräumt?
Gottlob: Ich glaube, es braucht keine Zensur. Man kann Verschwörungstheorien nicht verbieten. Wenn jemand sagt, 9/11 wurde von den Amerikanern selbst gemacht, dann ist das halt ein Trottel, da muss Bildung her, aber ich kann nicht verbieten, das zu sagen. Wir haben nur ein Verbot, das ist das NS-Wiederbetätigungsverbot, das soll auch eingehalten werden. Solange niemand verleumdet wird oder sonst wie etwas strafrechtlich relevant wird, kann und soll man im Netz nichts verbieten, denn das würde dann wieder vielen anderen Tür und Tor öffnen, um Missbrauch zu betreiben.

Eine App, die mir sagt, was glaubwürdig ist und was nicht, wäre schon praktisch.
Gottlob: Das gibt es wahrscheinlich schon irgendwo im kleinen Stil, im großen Stil habe ich es noch nicht gesehen. Man könnte das ähnlich wie Google PageRank machen. Ein TruthRank. Wie wahrhaftig ist eine Webpage – aber was ist Wahrheit? Wahrheit ist eben nicht eindeutig definiert, und daher bezieht sich das immer auf irgendjemanden, der sagt, was jetzt wahrhaftig ist. Das lässt sich relativ leicht programmieren. Man muss zunächst einmal einige Websites bewerten. 0 heißt ganz falsch, und 1 heißt: Der Wahrheitsgehalt ist hoch. Dann werden die Seiten im Netz abgeglichen. Welche Seiten mit welchem Wahrheitsgehalt oder Wahrheitsgrad sind verlinkt und welche nicht? Man könnte ein kleines rotes Warnlicht auf seinem Browser haben. Ganz unproblematisch ist das aber auch wieder nicht, wenn vieles, was nicht Mainstreamgedankengut ist, gebrandmarkt wird, möglicherweise auch investigativer Journalismus.

Sie wollten als Kind Kanalräumer werden, jetzt lehren Sie in Oxford und gründen eine Firma nach der anderen.
Gottlob: Mich haben unterirdische Gänge immer sehr begeistert als Kind. Ich bin im siebenten Bezirk aufgewachsen, in der ­Kirchengasse. Ein herrlicher Bezirk, ich liebe ihn immer noch. Jetzt wohnt meine Tochter dort. Wir – also meine Schwester und gemeinsame Freunde – haben schon sehr früh eine Begeisterung für alles, was unter der Erde versteckt ist, gehabt. Einmal sind wir sogar vom Stadtrat Kurt Heller im ­Rathaus empfangen worden, da war ich zwölf. Der hat uns an einen anderen Stadtrat im zehnten Bezirk weiterverwiesen, der uns eine Karte mit Türkengängen gegeben hat. Das sind geheime Tunnel, die die Türken gegraben haben. Wir sind da unten überall hineingelaufen, in der Nationalbibliothek konnte man einfach mit ­einem Lift runterfahren. Dann sind wir in die Katakomben. Wir haben einen Schacht entdeckt und sind hinuntergestiegen. Das wurde dann aber entdeckt, und meine Mutter musste ins Erzbischöfliche Palais gehen und die Strickleiter, die wir dort zum Runterklettern versteckt hatten, abholen.

Es gibt Menschen, die Sie als grenzgenial bezeichnen. Sind Sie gefördert worden?
Gottlob: Meine Eltern waren beide Ärzte, mein Vater war Professor für Chirurgie und ein Intellektueller, meine Mutter stand ihm in nichts nach. Mein Vater ist zwar in Wien geboren, aber in Tschechien aufgewachsen und hat in Prag studiert. Meine Mutter ist aus Köln, ist nach Wien gekommen, und meine Eltern haben sich als Ärzte in einem Spital kennengelernt. Ich bin mit zwölf Jahren schon mit der ­Theorie der Psychoanalyse konfrontiert worden. Ich wurde von meinen Eltern sehr gefördert und war in Mathematik immer schon begabt, ich musste nie viel lernen wie andere. Dafür war ich in Lernfächern weniger gut, denn ich war ziemlich faul. Meine Eltern hatten den Traum auszuwandern. Mein Vater hatte sogar alle Prüfungen dafür gemacht, in den USA als Arzt arbeiten zu können. Deshalb schickten sie uns Kinder ins Lycée, weil es überall auf der Welt französische Schulen gibt. Sie sind dann doch in Wien geblieben.

Als Sie Mitte der 70er-Jahre begonnen haben, Mathematik zu studieren, war Logik schon lange kein Modefach mehr und die Logiker des berühmten Wiener Kreises nur Eingeweihten bekannt.
Gottlob: Aber es hat zumindest ein Logik-Institut in Wien gegeben und einen Professor, Curt Christian. Er hat völlig unverständliche Vorlesungen gehalten, sehr formal, und er hat immer gleich alles wieder weggelöscht, was er aufgeschrieben hat. Die Assistenten haben dann ihre liebe Mühe gehabt, uns zu erklären, wie wir unsere Übungen machen sollen. Das hat mich aber fasziniert, das war eine Herausforderung. Im Lycée haben wir schon viel Logik gehabt, die Franzosen haben da eine viel lebendigere Tradition als wir. Als ich hörte, dass es ein Studium der Logistik gibt, wollte ich das unbedingt machen. Christian hat viele interessante Persönlichkeiten angezogen. Der spätere Aktionskünstler Peter Weibel, sein Künstlerkollege Oswald Wiener, die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann waren dort, Werner Schimanovich, aber auch einige meiner derzeitigen Kollegen an der TU Wien. Jeder, der Philosophie studiert hat, musste damals ein „Logisticum“ machen, was ja nicht schlecht ist. Im „Faust“ steht ja auch: „Mein teurer Freund, ich rat Euch drum zuerst Collegium Logicum. Da wird der Geist Euch wohl dressiert, in spanische Stiefeln eingeschnürt …“ Logik ist eine gute Denkschule. Und die Informatik ist die Fortführung der Logik mit anderen Mitteln. Das ist mein Lieblingsmotto.

Ein Moritz Schlick oder ein Kurt Gödel oder ein Ludwig Wittgenstein wären heute Informatiker?
Gottlob: Ja, sie würden sich zumindest dafür interessieren. Auf der Logik baut die ganze Informatik auf. Die Hardware ist reine Logik, in Silikon gegossene Logik. Die Software ist Logik, jede Programmiersprache basiert auf Logik. Alles, was wir mit Datenextraktion machen, basiert auf logischen Regeln. Das heißt, die Logik ist nicht bloß irgendwas, worüber philosophisch und mathematisch theoretisiert wird. Sie ist in der Informatik Fleisch geworden. Die Informationsverarbeitung und das ganze Web basieren darauf.

„Beautiful Mind“, „Big Bang Theory“, es gibt ja auch einen recht charmanten Kult um Nerds. Wer ist Ihr Lieblingsheld?
Gottlob: Von den alten Helden Kurt Gödel natürlich. Dann Tim Berners Lee, der das Web erfunden hat und der übrigens gerade einen Lehrstuhl in Oxford angenommen hat. Und die Gründer von Google. Weil sie Menschen sind, die vorausgesehen haben, was wir in fünf, zehn oder 20 Jahren brauchen werden.

Was könnte das sein, von Big-Data-Searchprogrammen einmal abgesehen?
Gottlob: Ich habe gerade etwas erfunden, was es leider schon gibt. Das ist etwas ganz Einfaches. Ich schwimme gerne, und ich denke beim Schwimmen nach. Gleichzeitig will ich immer eineinhalb Kilometer schwimmen. Wenn ich nachdenke, kann ich nicht gleichzeitig Längen zählen. Ich bin kein Multitasker. Ich habe mir zuerst einen mechanischen Längenzähler gekauft, aber die funktionieren wahnsinnig schlecht. Dann besorgte ich mir eine GPS-Uhr, aber die GPS-Wellen gehen nicht unters Wasser. Der nächste Reinfall. Da dachte ich mir: Wenn ich das Handy am Beckenrand lasse und eine Schwimmuhr mit Bluetooth so ­programmiere, dass sie sich bei jeder Länge abgleicht, dann könnte es funktionieren. Allerdings habe ich festgestellt, dass HP ein Patent auf diese Idee hat, seit 14 Jahren. Aber nicht für Europa. Das ist ein klassisches Diplomarbeitsthema für einen Informatiker oder eine Informatikerin. Wer will?

Barbaba Tóth in Falter 45/2016 vom 11.11.2016 (S. 44)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783499332708
Ausgabe 7. Auflage
Erscheinungsdatum 02.05.2009
Umfang 400 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Taschenbuch
Verlag ROWOHLT Taschenbuch
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