Albert Einstein

von Johannes Wickert

€ 9,20
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Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Format: Taschenbuch
Genre: Sachb├╝cher/Natur, Technik/Biographien, Autobiographien
Umfang: 190 Seiten
Erscheinungsdatum: 03.01.2005

Rezension aus FALTER 11/2005

Mit etwas Verz├Âgerung stiegen die Verlage ins Einstein-Jahr ein. Darstellungen von Leben und Werk des Physik-Superstars gab es zwar schon genug, dennoch bieten einige der Neuerscheinungen auch tats├Ąchlich noch Neues und Lesenswertes.

Was Einstein seinem Koch erz├Ąhlte", "Die Einstein-Kur", "Was Einstein seinem Friseur erz├Ąhlte", "Einstein ├╝berquerte die Elbe bei Hamburg" - an B├╝chern mit Einstein im Titel hat bereits vor dem laufenden Einstein-Jahr 2005 kein Mangel geherrscht. Die Heftigkeit, mit der im deutschsprachigen Raum das mediale Einstein-Gewitter unmittelbar nach dem Jahreswechsel losbrach, scheint allerdings auch die Verlage etwas ├╝berrascht haben. Denn w├Ąhrend der gro├če Physiker, der vor einem halben Jahrhundert starb und vor einem ganzen Jahrhundert sein Wunderjahr hatte, in den Zeitungen und Zeitschriften bereits zu Jahresbeginn einigerma├čen "durchgenommen" worden war, lagen zu dem Zeitpunkt erst die wenigsten Einstein-Neuerscheinungen vor.

Am besten geplant hat der Rowohlt-Verlag seine neuen B├╝cher ├╝ber Albert Einstein: Eine aktualisierte Version der sehr brauchbaren Taschenbuch-Bildmonografie sowie die neue Biografie von J├╝rgen Neffe waren vom ersten Tag des Einstein-Jahres an erh├Ąltlich. Der GEO- und Spiegel-Journalist Neffe hat aber auch am gr├╝ndlichsten recherchiert: Obwohl man dank der ├Ąlteren volumin├Âsen Lebens(werk)darstellungen durch Albrecht F├Âlsing, Armin Hermann und Abraham Pais alles ├╝ber den Physiker zu wissen glaubte, wartet "Einstein. Eine Biographie" mit etlichen neuen Fakten auf, die Einstein nicht gerade in einem besseren Licht erscheinen lassen - vor allem im Hinblick auf sein Verh├Ąltnis zu den Frauen. Neffe ist zudem ein brillanter Autor, der es versteht, verst├Ąndlich, spannend und einf├╝hlsam zu formulieren. Und so m├Âgen es ihm die Physiker nachsehen, wenn das eine oder andere wissenschaftliche Detail zur Relativit├Ątstheorie nicht ganz perfekt dargestellt ist.

F├╝r das deutsche Publikum von besonderem Interesse ist Einsteins Zeit in und sein Verh├Ąltnis zu Deutschland, und so waren gleich zwei dicke Neuerscheinungen unter dem identischen Titel "Einstein in Berlin" angek├╝ndigt. Das Buch des US-amerikanischen Dokumentarfilmers und Sachbuchautors Thomas Levenson hie├č zwar schon auf Englisch so, dennoch hielt man es f├╝r besser, seinen umfangreichen Band kurzfristig in "Albert Einstein. Die Berliner Jahre 1914-1932" umzutaufen. Levenson hat f├╝r das Buch, das im Original bereits 2003 erschien, f├╝nf Jahre lang ├╝ber Einstein und den politischen Kontext der Weimarer Zeit recherchiert - und die Zeit gut investiert und ein material- und vielleicht etwas zu umfangreiches Doppelportr├Ąt einer gro├čen Stadt und eines gro├čen Menschen verfasst. Vergleichsweise schwach nimmt sich dagegen Hubert Goenners Darstellung desselben Themas aus. Der deutsche Physiker hat nicht nur weniger zum Thema zu sagen; er ist auch alles andere als ein guter Schreiber.

Der mit Abstand produktivste deutschsprachige Wissenschaftsautor mit einem Output von rund drei B├╝chern pro Jahr ist Ernst Peter Fischer. Der Professor f├╝r Wissenschaftsgeschichte in Konstanz hat eines der schmalsten B├╝cher des Einstein-Jubeljahrs vorgelegt: "Einstein f├╝r die Westentasche" braucht mit 19,5 Zentimetern L├Ąnge zwar relativ gr├Â├čere textile Leerr├Ąume, setzt beim Leser sonst allerdings nicht viel voraus - und ist doch lehrreich.

"Einstein light" hingegen, eine Darstellung der Relativit├Ątstheorie durch den Theologen Martin Kornelius, wiegt zwar nur 138 Gramm, ist aber um einiges anspruchs- und voraussetzungsvoller, was die Darstellung der Verh├Ąltnisse von Raum, Zeit und Masse anlangt.

Noch weiter in die Tiefen der Relativit├Ątstheorie wagen sich der deutsche Physiker Markus P├Âssel und die US-amerikanische Wissenschaftsjournalistin Marcia Bartusiak in ihren B├╝chern vor. In seinem durchg├Ąngig bunt illustrierten Pop-Lehrbuch "Das Einstein-Fenster" erkl├Ąrt P├Âssel auf ziemlich anschauliche Weise Einsteins kosmologische Gedankenwelt und widmet sich dabei auch dem zurzeit aktuellsten Forschungsprojekt im Gefolge seiner Relativit├Ątstheorie: der Erforschung der Gravitationswellen.

Gleich eine ganze Studie ├╝ber diese seit einigen Jahrzehnten eifrig betriebene Suche, bei der bis heute nicht ganz klar ist, mit welchen Instrumenten man das Gesuchte ├╝berhaupt finden kann, hat Marcia Bartusiak verfasst. Auf Englisch trug das preisgekr├Ânte Buch den sch├Ânen Titel "Einstein's Unfinished Symphony", der deutsche passt immerhin gut zum Rummel rund ums Jubeljahr: "Einsteins Verm├Ąchtnis".Am besten geplant hat der Rowohlt-Verlag seine neuen B├╝cher ├╝ber Albert Einstein: Eine aktualisierte Version der sehr brauchbaren Taschenbuch-Bildmonografie sowie die neue Biografie von J├╝rgen Neffe waren vom ersten Tag des Einstein-Jahres an erh├Ąltlich. Der GEO- und Spiegel-Journalist Neffe hat aber auch am gr├╝ndlichsten recherchiert: Obwohl man dank der ├Ąlteren volumin├Âsen Lebens(werk)darstellungen durch Albrecht F├Âlsing, Armin Hermann und Abraham Pais alles ├╝ber den Physiker zu wissen glaubte, wartet "Einstein. Eine Biographie" mit etlichen neuen Fakten auf, die Einstein nicht gerade in einem besseren Licht erscheinen lassen - vor allem im Hinblick auf sein Verh├Ąltnis zu den Frauen. Neffe ist zudem ein brillanter Autor, der es versteht, verst├Ąndlich, spannend und einf├╝hlsam zu formulieren. Und so m├Âgen es ihm die Physiker nachsehen, wenn das eine oder andere wissenschaftliche Detail zur Relativit├Ątstheorie nicht ganz perfekt dargestellt ist.

Klaus Taschwer in FALTER 11/2005 vom 18.03.2005 (S. 44)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Einstein in Berlin (Hubert Goenner)
Einstein light (Martin Kornelius)
Einsteins Verm├Ąchtnis (Marcia Bartusiak, Sebastian Wohlfeil)
Das Einstein-Fenster (Markus P├Âssel)
Einstein f├╝r die Westentasche (Ernst Peter Fischer)
Einstein (J├╝rgen Neffe)
Albert Einstein (Thomas Levenson, Yvonne Badal)

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