Grabesgrün
Deutsch von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

von Tana French, Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Scherz
Erscheinungsdatum: 21.08.2009

Rezension aus FALTER 40/2009

Wie viel Vertrauen darf man als Leser einem Polizisten schenken, dessen erste Selbstbeschreibung lautet: "Ich sehne mich nach der Wahrheit. Und ich lüge"? Mit "Grabesgrün" legt die Irin Tana French ihren ersten Kriminalroman vor und präsentiert ihren ersten männlichen Ich-Erzähler. So was kann in einem klischeegefährdeten Genre auch ins Auge gehen, aber French umschifft diese Klippen mit dem Fall um eine ermordete, inmitten einer archäologischen Ausgrabung aufgebahrte Zwölfjährige bravourös.
Rob Ryan steht mit Detective Cassie Maddox eine starke Partnerin zur Verfügung, wohingegen er auch aus einer Opferrolle heraus agiert, die in Krimis meist eher weiblich konnotiert ist: Als Kind entführt, leidet er deshalb an selektiver Amnesie und hätte das auch seinen Vorgesetzten melden müssen – spätestens angesichts des aktuellen Falls. Denn der hängt möglicherweise – so die anfängliche Verdachtslage – mit jenem nie abgeschlossenen alten Fall zusammen, der das Denken und Handeln der Dubliner Detectives stärker beeinflusst, als sie sich eingestehen wollen.
Immer mehr verwandelt sich die Crime-Story in eine spannende psychologische Studie, der man angesichts ihrer Eigenwilligkeit auch die Längen nachsieht. Laut Verlagsauskunft wird in Frenchs nächstem Roman übrigens doch wieder eine Frau im Mittelpunkt stehen: Cassie Maddox.

Martin Lhotzky in FALTER 40/2009 vom 02.10.2009 (S. 19)


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