Hellblau
Roman

von Thomas Meinecke

€ 21,50
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Verlag: Suhrkamp
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Umfang: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 03.09.2001

Rezension aus FALTER 49/2001

Noch stärker als den beiden Vorgängern "Church of John F. Kennedy" (1996) und "Tomboy" (1998) - aus dem er ein Jahr davor beim Bachmann-Wettbewerb gelesen hatte und preislos blieb - geht dem Roman "Hellblau" des 46-jährigen deutschen Autors, Musikers (FSK) und Radiomachers ("Zündfunk") Thomas Meinecke eine nacherzählbare Handlung ab. Fünf Personen - Tilmann und Yolanda sitzen in North Carolina, Yolanda in Chicago, Heinrich und Cordula in Berlin - tauschen via E-Mail, Telefon und in so mancher realer Begegnung Informationen aus. Das wars.

Dennoch transportiert Meinecke eine gewaltige Menge an Inhalten. Seine Figuren berichten einander von ihren neuesten Entdeckungen in alten Büchern und auf obskuren Websites. Man erfährt von jüdischen Jazzern, die sich nicht nur schwarz fühlen, sondern auch so nennen, ebenso wie von schwarzen Techno-Musikern, die an die Visionen der kühlen Düsseldorfer Elektronik-Götter Kraftwerk anschließen und sich Namen wie Dopplereffekt geben. Und die zusammengetragenen Informationen sind zum Großteil dermaßen interessant, dass dem Leser die Handlung bald überhaupt nicht mehr abgeht.

Eigentlich macht das Meinecke sehr geschickt: Er widmet sich jahraus, jahrein seinen Studien und Obsessionen, teilt die gewaltige Menge des frisch erworbenen Wissens anschließend auf fünf Personen auf, dreht sie dafür durch den literarischen Sample-Wolf und verkauft sie anschließend über das renommierte Frankfurter Suhrkamp-Label als Roman. Und beim Lesen macht der Zitate-Wirrwarr "Hellblau" auch noch erstaunlich viel Spaß.

Sebastian Fasthuber in FALTER 49/2001 vom 07.12.2001 (S. 76)


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