Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen

von Nina Bußmann

€ 22,70
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Verlag: Suhrkamp
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Umfang: 329 Seiten Seiten
Erscheinungsdatum: 06.03.2017

An einem wolkenlosen Tag in der Karibik verschwindet das Propellerflugzeug mit der 32-jährigen Seismologin Nelly an Bord plötzlich vom Radar. Nach monatelanger Suche werden Trümmerteile in den Wäldern Nicaraguas gefunden. Doch von Nelly weiter keine Spur. Zu Hause in Frankfurt kann ihre Freundin ihr rätselhaftes Verschwinden nicht verwinden. Sie reist nach Managua, quartiert sich in Nellys altem Zimmer ein, liest ihre zurückgelassenen Aufzeichnungen und Tagebücher und spricht mit den Menschen, die mit ihr zu tun hatten, getrieben von einer seltsamen Obsession, die abzulenken scheint von einem Geheimnis in ihrem eigenen Leben. Ihre Suche nach Nelly nimmt mehr und mehr die Züge einer Flucht an.
Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen ist ein Roman über Fremdheit und Einsamkeit, über private und politische Gefährdungen, ein Roman über den Wunsch, zu verschwinden, und die Hoffnung, gesucht und geborgen zu werden, wenigstens in der Erinnerung, im Gespräch. Denn das Verschwinden setzt vielem ein Ende, nicht aber dem Erzählen. Nina Bußmann, geboren 1980 in Frankfurt am Main, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und Warschau und lebt heute in Berlin. Sie hat für ihr Schreiben verschiedene Auszeichnungen bekommen, unter anderem den 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2011 für einen Auszug aus ihrem Debütroman Große Ferien.

Rezension aus FALTER 14/2017

Auch die deutsche Schriftstellerin Nina Bußmann lässt ihre Hauptfigur verschwinden: Geophysikerin Nelly stürzt mit einem Propellerflugzeug über dem Dschungel von Nicaragua ab und mit ihrem Verschwinden kommt auch jede Gewissheit abhanden.
Bußmanns Roman kreist um diese Leerstelle, ohne die Leere füllen zu können, die ein Mensch hinterlässt, wenn er verloren geht. Eine namenlose Ich-Erzählerin begibt sich auf die Suche nach der Verschollenen. Auf die Frage, was Nelly für ein Mensch war, wird man aber bis zum Schluss keine Antwort, sondern nur Annäherungen bekommen. Denn dem Roman ist nicht nur die Hauptfigur, sondern auch die Chronologie abhanden gekommen. So entwickelt sich eine Form multiperspektivischen Erzählens, in der sich die Uneindeutigkeit und die Unverbindlichkeit menschlicher Beziehungen spiegeln. Das ist eine Herausforderung an den Leser. Eine, die sich lohnt.

Karin Janker in FALTER 14/2017 vom 07.04.2017 (S. 35)


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