SACHBUCH-BESTENLISTE Juni 2019

Klare, lichte Zukunft
Eine radikale Verteidigung des Humanismus

von Paul Mason

€ 28,80
Lieferung in 2-7 Werktagen

Übersetzung: Stephan Gebauer
Verlag: Suhrkamp
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Umfang: 415 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.05.2019


Rezension aus FALTER 25/2019

Mason formuliert ein Manifest für den Glauben an eine bessere Zukunft

Es ist beeindruckend viel, was der Autor Paul Mason in die knapp 400 Seiten von „Klare, lichte Zukunft. Eine radikale Verteidigung des Humanismus“ packt: Eine Analyse des politischen Phänomens Donald Trump, eine konzise Geschichte der Onlinestrategien der Neuen Rechten, eine Bestandsaufnahme der Digitalisierung, eine Überprüfung der Thesen Karl Marx’, Hannah Arendts und Erich Fromms, eine Fundamentalkritik des Neoliberalismus und eine neue, ethische Grundlage eines Humanismus, auf der progressive linke Politik aufbauen könnte.

Seine informierte und griffige Darstellung hilft, die dichten Thesen zu verstehen. Kaum je gab es eine eingängigere Erklärung des Zusammenhangs zwischen den ökonomischen und politischen Regressionen, die seit 2008 zu beobachten sind. Dabei weicht Mason substantiell von bekannten Deutungsmustern ab, nach denen etwa nur „abgehängte“ Modernisierungsverlierer das wohlfeile Wahlvolk wären, das auf die Währung Hass der Rechtspopulisten anspricht.

Er sieht die Rechten da im Vorteil, wo die Linken versagen: Bei der Formulierung von gemeinsamen strategischen Zielen. Bei seiner Analyse des Status quo schlägt Mason gelegentlich über die Stränge, wenn er beispielsweise den Poststrukturalismus grosso modo als antihumanistisch und theoretisches Beiwerk des Neoliberalismus fehlliest. Man muss aber nicht mit allem in diesem Buch übereinstimmen, um den großangelegten Versuch zu schätzen, den Mason unternimmt. Er entwarf ein Manifest dafür, weiterhin an eine bessere Zukunft zu glauben und diese auch politisch durchsetzen zu wollen. Es ist ein mutiges Buch, dem zu wünschen ist, dass es innerhalb des linken Spektrums zahlreiche Diskussionen anstoßen wird. Und es ist ein Buch, das Mut macht. Denn womöglich sind die politische Großwetterlage und „all die Angst, die von Frauenfeinden, ethnischen Nationalisten und Anhängern des Autoritarismus verbreitet wird“, wirklich „ein Beleg dafür, dass sie spüren können“, wie nahe wir dem Ziel einer freien Gesellschaft schon sind.

Florian Baranyi in FALTER 25/2019 vom 21.06.2019 (S. 37)


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