Des Lebens ganze Fülle

von Edward O. Wilson

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Verlag: Claassen
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 12/1999

Der Ameisenmann

"Naturalist" heißt die bereits 1994 erschienene Biografie des Evolutionsbiologen und "Ant man" Edward O. Wilson im englischen Original. Aber da Wilson zu diesem Zeitpunkt in Europa noch nicht so bekannt war, brachten die Verlage erst seine populären Bücher über Ameisen und den wissenschaftstheoretischen Versuch "Die Einheit des Wissens" heraus.
Wilsons Biografie ist eine Geschichte ganz nach amerikanischem Zuschnitt. Eine harte Jugend, in der er sich das Geld für Bücher mit Gelegenheitsjobs verdiente und eine Erziehung auf der Militärschule genoß. Ein Leben im religios-fundamentalistischen Süden der USA und Disziplin als grundlegende charakterliche Erfordernis prägten seine Welteinstellung, die ihm später auch deswegen den Ruf eines "rechten" Wissenschaftlers einbrachten.
Mit sechzehn begann er wissenschaftlich über Ameisen zu arbeiten, mit dreißig war er bereits Professor in Harvard, und mit siebzig hat er - bis auf den Nobelpreis, der für den Bereich der Ökologie nicht vergeben wird - alle wesentlichen Auszeichnungen erhalten. Seine Geschichten aus dem Wissenschaftsalltag, seine Reisen und die Begegnungen mit Lorenz, Watson oder Holldobler geben einen spannenden Einblick in die biologische Forschung unseres Jahrhunderts.
Einen ganz anderen Aspekt seines Lebens beschreibt er, wenn er dem Leser seine geradezu manische Begeisterung für die Natur mit einer Intensität näherbringt, der man sich nicht entziehen kann. Die Erinnerung an rätselhafte Tiere aus Kindertagen und seine Einstellung, nie bei der Frage nach dem simplen "Warum" zu verharren, zeigen einen herausragenden Forscher, der "Des Lebens ganze Fülle" zu durchdringen versuchte.

Peter Iwaniewicz in FALTER 12/1999 vom 26.03.1999 (S. 32)


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