Am Anfang war die Doppelhelix
James D. Watson und die neue Wissenschaft vom Leben

von Ernst Peter Fischer

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Ullstein
Erscheinungsdatum: 01.01.2003


Rezension aus FALTER 12/2003

Begonnen hat alles an einem Samstag Ende Februar 1953. Da, so schreibt Ernst Peter Fischer, "verließen gegen Mittag zwei etwa gleich große, jedoch sehr unterschiedliche Männer in Cambridge in aufgebrachter Stimmung mit wedelnden Armen die eher düsteren Räume ihres Instituts, um so schnell wie möglich ihre Stammkneipe ,Eagle' zu erreichen". Lautstark und angeblich ungebeten verkündeten sie dort, "sie hätten soeben den Schlüssel des Lebens entdeckt".

Vor ziemlich genau fünfzig Jahren also wurde die Struktur der DNA von James D. Watson und Francis Crick enträtselt. Anlass genug, um dem berühmten Modell ein Buch zu widmen. James D. Watson spielt darin den wahren Helden, und unverkennbar ist er auch ein Idol des Autors selbst. Rund um Watsons Erfolgsstory vom Nobelpreisträger bis zum Topmanager erzählt "Am Anfang war die Doppelhelix" die Geschichte der modernen Biologie von der Doppelhelix bis zur Entschlüsselung der humanen Genomsequenz.

Dabei geht es keineswegs nur um Wissenschaft: Ernst Peter Fischer bemüht sich zum einen um Bezüge zwischen der Person Watsons und seiner wissenschaftlichen Laufbahn: Erfolge und Irrwege seiner Karriere werden eingebettet in eine Liebesgeschichte. Zum anderen geht der promovierte Physiker und Biologe auch auf den "politischen" Watson ein, zum Beispiel auf seine umstrittenen Stellungnahmen zur Eugenik oder seine Tipps für Manager in der Wissenschaft.

Der Autor, der als Wissenschaftshistoriker an der Universität in Konstanz und Basel lehrt, spricht in seinem Buch offen seine Bewunderung für Watson aus, den er persönlich kennt und deshalb nicht ohne Stolz "Jim" nennt. In einigen Passagen geht Fischer dabei aber eindeutig zu weit: Vage Spekulationen über Watsons Leben und Denken wirken ebenso anmaßend wie die Schulmeistereien des Autors und das Auswalzen seiner eigenen visionären Ideen. Auf der anderen Seite gelingt es Fischer aber auch, durch die geschickte Miteinbeziehung des sozialen und ökonomischen Umfeldes, der Geschichte der Molekularbiologie neue Facetten abzugewinnen - und einem ebenso berühmten wie widersprüchlichen Wissenschaftler menschliche Züge zu verleihen.

Monika Chabicovsky in FALTER 12/2003 vom 21.03.2003 (S. 27)


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