Lusthaus oder Die Schule der Gemeinheit
Roman

von Franzobel

€ 18,40
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Verlag: Zsolnay, Paul
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Umfang: 176 Seiten
Erscheinungsdatum: 18.02.2002

Franzobel furios: Die unerlöste Seele der vor achtzig Jahren verstorbenen zweijährigen Rosalia wandert über die ganze Erde bis nach Wien, mitten durch ein Panoptikum an dicken Damen und feisten Feschaks, Taugenichtsen und Tagedieben, in den Körper von Elvira Klappbauch. Da gibt es die dicke Pasqualina, die auf dem Heldenplatz die Asche ihres Vaters verstreuen will, den Journalisten Zsmirgel, der Nachrufe auf prompt versterbende Personen schreibt und andere kuriose Existenzen. Was passiert, bevor Rosalias Seele vor einem Bankomaten zur Himmelfahrt ansetzt, das arrangiert Franzobel als grandiose Farce und phantastisches Sprachfeuerwerk. Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller.

Rezension aus FALTER 21/2002

Von barocker Derbheit ist auch Franzobels jüngster Roman "Lusthaus oder die Schule der Gemeinheit". Man braucht den Inhalt nicht nachzuerzählen, um bündig zu beschreiben, worums geht: ums Fressen, Saufen, Brunzen, Scheißen, Pudern und um das, was danach kommt: Der Tod steht hier aber gleich am Anfang; in Gestalt der zweijährigen Rosa Lombardo, die ausgestopft in den Katakomben von Palermo ruht, deren Geist aber in Frau Klappbauch einfährt und so den brachialen Reigen der Lebenden und Toten anführt. Weiters beteiligt: der Chilene Seth, der die süße Conchita ehelichen möchte, die aber auf den Strizzi und Natursektfreund Manker scharf ist und dessen Spezi Zsmirgel schon mal auf dem Klo fellationiert ... Dazwischen: Ausschnitte aus Liturgie und Bundeshymne.

Einmal mehr wird uns ein bekanntes Pandaemonium Austriacum (unter starker südamerikanischer Beteiligung) vorgeführt: geil & gemein, gierig & gerissen. Im Unterschied zu der ebenfalls barocken, aber ungleich rigoroseren Elfriede Jelinek gründen die Sprachwucherungen aber nicht in einer Theorie, ordnen sich nicht mehr dem Zweck der Ideologiekritik unter. Was hier Klischee, Antiklischee, deren Kritik oder Parodie darstellt, ist nicht mehr auszumachen. Dem Gruppensex mit der Sprache wird jede Menge Schnaufer und Stöhner, jedoch keine "Wahrheit" mehr abgerungen. Aber vielleicht ist das ja die "höhere" Wahrheit, die uns in diesem Lusthaus zuteil wird.

Klaus Nüchtern in FALTER 21/2002 vom 24.05.2002 (S. 53)


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