Ich - Fenichel
Das Leben eines Psychoanalytikers im 20. Jahrhundert

von Elke Mühlleitner

€ 26,70
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Verlag: Zsolnay, Paul
Format: Hardcover
Genre: Sachbücher/Psychologie, Esoterik, Spiritualität, Anthroposophie/Biographien, Autobiographien
Umfang: 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 10.09.2008

Rezension aus FALTER 48/2009

Aus dieser Biografie des Wiener Psychoanalytikers Otto Fenichel (1897–1946) erfährt man, wie Freuds Schüler die Psychoanalyse auf der Basis des von diesem entwickelten Fundaments betrieben und vorantrieben und wie die Analyse andernorts Fuß fasste. Getrieben zunächst von der eigenen Unrast, später von den Nazis, verschlug es Fenichel nach Berlin, Oslo, Prag und schließlich nach Los Angeles. Revoluzzer war er keiner. Im Gegensatz zu seinem Freund Wilhelm Reich hielt er sich lieber an Papa Freud. Dessen Lehre verbreitete er umso eifriger in allen Lebenssituationen.
Dass der akribisch arbeitende Seelenmediziner auch privat Ordnung hielt und Listen über berufliche Kontakte oder Kinobesuche führte, beschert der Biografin massenhaft Material, das die Verlockung zur Vollständigkeit enthält. Dann wird das Lesen über dieses bunte Leben genauso mühsam, wie es auch Fenichel in seiner Ordnungsliebe und Dogmatik manchmal gewesen sein mag. Am flottesten geht es dort voran, wo die Dichte von Fenichels Leben zu einer episch breiten Darstellung der beruflichen Anfänge in der Pionierära der Psychoanalyse Anlass gibt; oder zu jener Zeit in Los Angeles, als Fenichel seine Existenz erfolgreich neu gründete – in einem Land, dessen Sprache er nicht beherrschte.

Andreas Kremla in FALTER 48/2009 vom 27.11.2009 (S. 20)


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