"Alles kann passieren!"
Ein Polittheater

von Doron Rabinovici, Florian Klenk

€ 10,30
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Verlag: Zsolnay, Paul
Format: Taschenbuch
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Umfang: 64 Seiten
Erscheinungsdatum: 21.11.2018


Rezension aus FALTER 46/2018

Alles auf die Bühne! Wie das Politstück entstand und wo man es sehen kann

Am Anfang stand eine nicht ganz ernst gemeinte Idee bei einem Schwätzchen am Telefon. Irgendwann im Sommer war das.

Man müsse die Reden, die Worte und die Absichten europäischer Rechtspopulisten, Nationalisten und Extremisten einmal penibel dokumentieren. Die Worte der Ungarn, Polen und Italiener ins Deutsche übersetzen, zu einem Stück montieren und von einer Bühne aus wirken lassen. „Machen wir das!“, sagte der Schriftsteller Doron Rabinovici. Es war alles noch nicht ganz ernst gemeint.

Wir wollten natürlich nicht irgendeine Truppe, sondern die besten Schauspieler des deutschsprachigen Raumes für unser Projekt gewinnen: das Ensemble des Burgtheaters. So scherzten wir.

Aber dann wandten wir uns wirklich an Karin Bergmann, die Chefin des Burgtheaters, und schlugen ihr die Idee vor: ein Abend für Europa. Ein Abend mit den Reden europäischer Extremisten. Unser Beitrag zur EU-Präsidentschaft, wenn man es sarkastisch betrachtet wissen will. Bergmann war begeistert: „Das machen wir!“

Und so machten wir uns ans Werk. Unterstützt von vielen Helferinnen und Helfern (Gerald Knaus, Angela Mayr, Elisa Tomaselli, Francesco Collini) sammelten wir Reden der Rechten.

Doron Rabinovici montierte die Worte zu einem Stück, das immer schauriger wurde. Denn die Reden sind süßlich, zum Teil durchaus humorvoll. Nur wer sie in ganzer Länge liest, erkennt die Verlockung der Rattenfänger. Karin Bergmann und ihr Team machten sich ebenfalls ans Werk. Sie betrauten die Schauspielerinnen Andrea Clausen, Stefanie Dvorak, Petra Morzé und Christiane von Poelnitz damit, die Worte der Populisten auf die Bühne zu bringen.

Am 21.11. wird es so weit sein. Das Stück ist seit Wochen ausverkauft, aber weitere Aufführungen in Wien und anderen Städten sind geplant.

Das Burgtheater und der Falter werden den Abend im Internet auf burgtheater.at und falter.at live streamen und als Podcast senden.

Weiters wird ein begleitendes Programm im Falter-Podcast von Raimund Löw zu hören sein. Am 14. November werden Doron Rabinovici und Florian Klenk über das Stück und die Motivation dafür, es auf die Bühne zu bringen, sprechen.

Eine Woche später wird es ein sehr besonderes Doppelinterview geben. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselblom, der eine rüde Rede Salvinis vor dem Wiener Innenministertreffen mit „Merde, alors!“ („Scheiße nochmal!“) kommentierte, erfuhr von einer luxemburgischen Zeitung von dem Stück. Er wird es sich persönlich in Wien ansehen, gemeinsam mit Ex-Bundespräsident Heinz Fischer.

Die beiden Sozialdemokraten stehen am Tag der Aufführung für Raimund Löws Podcast zu einem Gespräch über Europa bereit. Wer das ganze Stück nachlesen will, kann es als Buch erwerben. Herbert Ohrlinger vom Zsolnay-Verlag hat Rabinovicis Textbuch mit einem Nachwort von Florian Klenk versehen und als Buch herausgebracht. Es ist ab nächster Woche im Buchhandel und auf faltershop.at erhältlich und dem kürzlich verstorbenen KZ-Überlebenden Rudi Gelbard gewidmet.

Florian Klenk in FALTER 46/2018 vom 16.11.2018 (S. 16)


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