Anderes Ufer, andere Sitten
Eine Gebrauchsanleitung

von Ariane Grundies, Björn Grundies

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Deuticke
Erscheinungsdatum: 01.03.2007

Rezension aus FALTER 26/2007

Sprechen Sie lesbisch?

Das kommt in den besten Familien vor: Ariane und Björn Grundies sind Geschwister – und lesbisch beziehungsweise schwul. Jetzt haben die zwei eine Gebrauchsanweisung geschrieben, die sich an Heterosexuelle richtet und die den Umgang mit Homosexuellen immens erleichtern soll. "Anderes Ufer, andere Sitten" nennt sich das Büchlein, das von der Anmutung und seinen hübschen wie aussagekräftigen Illustrationen wie ein Schulbuch daherkommt, in dem es aber mitunter deftig bis schonungslos zur Sache geht. Oft bleibt man bedacht sachlich, manchmal schleudert man aber auch mit Vorurteilen nur so um sich – um sie später zu erklären oder zu entkräften. Doch die Grundies dürfen das, schließlich berichten sie aus ihrer Welt und machen sich schon mal über sich selbst lustig. Im Kapitel "Gayspotting" lernen die Heteros zum Beispiel, woran sie einen Homo erkennen: "Wenn Sie erstmal mit den gängigen Symbolen der Homos vertraut sind, werden Sie schon auf den ersten Blick sehen, dass deutlich mehr Homos unter Ihnen weilen, als Sie jemals gedacht hätten."
Von der Langhaarlesbe bis zum Skaterboy und zum Bär werden die Unwissenden in die Typologie der Homosexuellen eingeführt, werden die "Top Ten Fragen eines Heteros" ("Hassen alle Männer Lesben?", "Wer ist der Mann und wer ist die Frau?") geklärt, wird über die diversen Sexpraktiken berichtet. So etwas scheint Heteros nämlich brennend zu interessieren. Doch der Nachhilfeunterricht der Geschwister Grundies ist nicht ausschließlich vergnüglich. Ebenso informieren sie über Probleme und Politik oder bringen zweckdienliche Hinweise zur Vermeidung von peinlichen Situationen oder die richtigen Verhaltensregeln (z.B. für den Fall, dass man im Gebüsch einen nackten Hintern sieht). Aufrichtig ist das Buch, ja, aber vor allem witzig. Weil doch im Prinzip eh alles viel unkomplizierter ist. Oder wie es der schwule Comiczeichner Ralf König formuliert: Der Homo stammt vom Hetero ab.

Christopher Wurmdobler in FALTER 26/2007 vom 29.06.2007 (S. 72)


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