Sachbuch-BESTENLISTE November 2021

Ändert sich nichts, ändert sich alles

Warum wir jetzt für unseren Planeten kämpfen müssen
€ 20.6
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Das Buch der Stunde von „Fridays For Future“-Aktivistin Katharina Rogenhofer – „Mehr Mut braucht die Welt! Ein gutes und vor allem wichtiges Buch.“ Luisa Neubauer
Sie hat „Fridays For Future“ nach Wien gebracht und ist die Sprecherin des Klimavolksbegehrens, sie ist 27, das Gesicht des Klimaschutzes in Österreich und mit ganzem Herzen dabei. Katharina Rogenhofer, studierte Biologin, hat ein beeindruckendes Faktenwissen zum Thema Umwelt und Klimakrise. Sie kennt die Zusammenhänge zwischen Ökologie, Wirtschaft und Politik – erst recht in schwierigen Pandemiezeiten – und weiß diese einfach, aber nie vereinfachend zu erklären. Sie arbeitet mit den politischen Akteuren auf nationaler und internationaler Ebene. Ihr Buch ist ein beeindruckendes Plädoyer für einen Green New Deal. Vor allem aber nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise – engagiert, unverhohlen und so persönlich, dass man ihr folgen muss.

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FALTER-Rezension

Also können auch Sie Aktivistin werden!

Samstagabend nach einer Diskussionsrunde, Katharina Rogenhofer will nur schnell in den Supermarkt. Kaum hat sie, das offizielle Gesicht des Klimavolksbegehrens, ein Päckchen kalifornischer Nüsse in ihr Wagerl geworfen, tadelt eine alte Frau sie: „Sie sind doch die vom Umweltschutz!“ Schuldbewusst legt Rogenhofer die Packung zurück. Doch auch beim Griff nach österreichischen Tomaten schallt es: „Sie, da würde ich aufpassen!“ In der Krone sei gestanden, die Tomaten aus Spanien seien besser für die Umwelt. Und schon diskutiert Rogenhofer mit der Rentnerin, zwei Verkäufern und einem weiteren Mann über Regionalität, Plastik und CO₂-Fußabdrücke. Am Ende geht sie nur mit Brot und Karotten raus.

Das erste Buch der 27-jährigen Zoologin ist eine Mischung aus Autobiografie, Erfahrungsbericht einer Aktivistin und dichter Faktensammlung. Rogenhofer hat die Fridays for Future nach Österreich geholt und das Klimavolksbegehren geleitet. Zweitautor Florian Schlederer, Physiker und Philosoph, war und ist bei beidem ihr Mitstreiter.

Aktivistin, die keinen Lärm mag

Nach und nach lernen wir die Aktivistin, die sich früher überhaupt nicht als solche gesehen hätte, kennen. Eigentlich wollte sie in der Wissenschaft bleiben. Doch mehr und mehr erkannte sie die Brisanz der Klimakrise, als UNO-Praktikantin erlebte sie beim Klimagipfel in Kattowitz, wie zäh es in den Verhandlungssälen zugeht. Auch Greta Thunberg sah sie dort zum ersten Mal mit ihrem Schild sitzen. Ihr wurde immer klarer, dass sie selbst laut werden musste. Obwohl ihr das oft gegen den Strich geht – sie halte Lärm und Menschenmassen gar nicht gut aus. Und doch brachte sie Tausende zu Demos auf die Straße und sprach am Heldenplatz vor 25.000 Menschen.

Faktenreich erklären die Autoren auch, warum es „keine Option ist“, eine Erderwärmung jenseits der 1,5 Grad zuzulassen. Wegen der Points of no return. Wegen der einander aufschaukelnden Effekte. Rogenhofer schaut dabei nicht nur zu weit entfernten Regionen wie den Äquator, sondern lässt auch österreichische Landwirte, Förster und Bergführer erzählen, wie rasant Hitze, Hochwasser und neue Schädlinge die Wälder, Felder und Gewässer verwüsten.

Wie die Oma überzeugen?

Da ist sie auch schon dabei, eines der gängigsten Totschlagargumente zu widerlegen: Klimaschutz sei zu teuer. Eine Killerphrase nach der anderen klappern die Autoren ab, etwa „Wir sind viel zu klein – sollen doch die USA und China“ oder „Die Technik wird’s retten, warum so hysterisch?“. Die Autoren zerpflücken Träume von Wasserstoff als dem „neuen Öl“ genauso wie von riesigen Treibhausgas-Saugern. Conclusio: Technolo­gien alleine können wachsenden Ressourcenverbrauch nicht kompensieren. Viele werden zudem erst frühestens in zwei, drei Jahrzehnten nutzbar sein. Also zu spät.

Eine Botschaft ist Rogenhofer wichtig: dass jeder jetzt gefragt sei. Und zwar nicht bloß als Konsument, wie es uns Politiker weismachen möchten. Das auch, ja. Aber solange klimaschädliches Verhalten fast immer einfacher, bequemer und billiger ist – ob beim Essen oder bei der Mobilität −, wird es das Mehrheitsprogramm bleiben. Das zu ändern sei Aufgabe der Politik, und das sollen die Bürger lautstark einfordern. Und: „Sprechen Sie über Klimaschutz. […] Es sind vielleicht gerade Sie, die den Unterschied bei jemandem machen.“ Bei Rogenhofers Oma war das übrigens nicht sie selbst. „Also wirklich, Katharina“, hatte die ob der enkelischen Demo-Tätigkeit geseufzt.

Bis ein Mann aus dem Freundeskreis des Opas – der war Offizier gewesen – einen flammenden Appell dafür hielt, das Klimavolksbegehren zu unterstützen.

Gerlinde Pölsler in Falter 35/2021 vom 03.09.2021 (S. 17)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783552072541
Erscheinungsdatum 26.07.2021
Umfang 288 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Format Taschenbuch
Verlag Zsolnay, Paul
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