Die Botschaft der Baumfrau

von Julia Butterfly Hill, Gisela Kretzschmar

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Verlag: Riemann
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 42/2000

Es gibt viele gute Gründe, auf Bäume zu klettern, aber im Regelfall reichen sie nicht aus, um zwei Jahre oben zu bleiben. Die junge US-Amerikanerin Julia Butterfly Hill hatte einen und besetzte 738 Tage lang einen 1000-jährigen Baum in Kalifornien - und verhinderte dadurch, dass er gefällt wird. Ihr Protest richtete sich ganz allgemein gegen den Raubbau an den Redwood-Wäldern, die zum unwiederbringlichen Naturerbe unseres Planeten zählen. Einen Ehrendoktor später und nach Stippvisiten von Woody Harelson ("Natural Born Killers") und Joan Baez in ihrem 60 Meter hoch gelegenen Baumhaus hat die mittlerweile 26-jährige Hill ihre Erlebnisse in einem Buch festgehalten.
In "Die Botschaft der Baumfrau"schildert sie ihren konsequenten und nicht ungefährlichen Einsatz für die Baumriesen. So wurde versucht, sie auszuhungern, sie mittels Hubschrauber herunterzublasen, oder man lockte mit der Aussicht auf eine heiße Dusche - erfolglos. Durch die Organisation "Earth First!" und ihre tiefe Religiosität motiviert, hielt sie trotz Drohungen, Eisstürmen und Blitzschlägen durch. Schlussendlich gab die mächtige Rodungsfirma auf, und Hill kletterte als Siegerin vom Baum. Nicht zuletzt ist es auch die Geschichte einer jungen Frau, die gegen Widerstände und traditionelle Lebensentwürfe versucht, einen eigenen mutigen Weg für ihr Leben zu finden.Für die Botanikerin Margaret D. Lowman führte der Weg zur Selbstbestimmung über die Bäume. Als Farmersgattin und Mutter zweier Kinder brach sie mit Männer bequemen Rollenverteilungen, verließ ihren Mann, nahm die Kinder mit - und stieg auf Bäume. Heute gehört sie zu den Pionierinnen der Kronendachforschung und hat mit "Die Frau auf den Bäumen" ihre bewegte Lebensgeschichte verfasst. Ob mit Kränen, Luftschiffen oder bloßen Seilen ausgerüstet: Margaret D. Lowman ist immer oben auf. In Schwindel erregenden Höhen steigt sie in Ameisennestern herum, nummeriert Blätter und beobachtet gefräßige Raupen auf ihren Prozessionen.
Neben spektakulären Einsichten in die Kronendächer tropischer Wälder sind vor allem ihre Erlebnisse als Forscherin in der von Männern dominierten Feldbiologie von Interesse. Durch die Bewältigung von Problemen, mit denen sie als Frau, Forscherin und allein erziehende Mutter konfrontiert wurde, zeigt sie mögliche Erfolgsstrategien für junge Forscherinnen auf. Heute herrscht in den Wipfeln der Regenwaldbäume Gleichberechtigung. Ein guter Grund mehr, auf Bäume zu klettern.

Franz Gutsch in FALTER 42/2000 vom 20.10.2000 (S. 25)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Die Frau auf den Bäumen (Margaret D. Lowman, Franca Fritz, Heinrich Koop)

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