MorgenLand

von Jamal Tuschick

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: S. Fischer
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 42/2000

Es ist vorbei mit dem kanakergebettel." Sechs Jahre nachdem Feridun Zaimoglu, Kultautor der jungen Migrantengeneration, die "Kanak Sprak" erfunden hat, ein aggressives Kauderwelsch, das den Kids der Ausländergettos abgeschaut ist, machen Autoren deutscher Sprache mit nicht deutschen roots gegen Stammtischbrüder und Ausländerhass literarisch mobil. Jamal Tuschick hat die wichtigsten Stimmen der kulturellen Emigration in der Anthologie "MorgenLand" aufgereiht, einem Buch, das vor "goldkettchenstolz" nur so strotzt und vor allem Schluss macht mit dem Glauben früherer Generationen von Gastarbeiterautoren, gutes Zureden könne zu Freundlichkeit führen. Sener Saltürklobpreist das Leben als Großstadtdealer, "jungmulukke" Vito Avantario droht den "alemannenärschen" unverhohlen mit einer "kanakerundniggerinvasion" und Ähnlichem. Da werden sich die Freunde völkischen Weißwäschertums aber aufregen! Wie um das auch zu garantieren, hat Jamal Tuschick die provokantesten Texte denn auch gleich an den Anfang seiner Anthologie gestellt. Damit sie diejenigen, die aus Neugierde blättern, gleich mit größtmöglicher Wucht treffen.Alternativlektüre gefällig? Feridun Zaimoglu der als stilistischer Vorreiter natürlich mit von der "MorgenLand"-Partie ist, hat einen ersten Roman geschrieben. In "Liebesmale, Scharlachrot" ist Paarbildung nicht das Ding aller Dinge, sondern Vorwand für die entscheidende Frage seiner Kanaken-Protagonisten: ich Deutscher, ich Türke?

Martin Droschke in FALTER 42/2000 vom 20.10.2000 (S. 63)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Liebesmale, scharlachrot (Feridun Zaimoglu)

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