Intentionalität als Merkmal des Geistigen
Sechs Essays zur Philosophie des Geistes.

von Tim Crane

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: S. Fischer
Erscheinungsdatum: 01.06.2007

Rezension aus FALTER 1-3/2009

Der Brite Tim Crane führt exemplarisch vor, wie kreativ sich nach dem Ende der ideologischen Lagerkämpfe die angelsächsische Tugend der Klarheit in Argumentation und Terminologie mit kontinentalen Theorien vereinen lässt. Auf die alte Frage, was den Geist eigentlich vom Rest der Schöpfung unterscheide, hatte Franz Brentano im 19. Jahrhundert eine einfache Antwort gegeben. Alle geistigen Prozesse seien "intentional", das heißt: Sie handeln von etwas, sind auf etwas gerichtet – sei es auf ein vorgestelltes oder physisches Objekt.
Das gilt heute fast einvernehmlich als überholt: Schmerzen, so lernt jeder Student, handeln von nichts, und Stimmungen wie Traurigkeit sind auf nichts gerichtet. Crane erhebt hier Einspruch: Wir "haben" nicht einfach Schmerzen, wir nehmen diese auch immer in bestimmter, veränderbarer Weise wahr.
Wer die Geduld aufbringt, Cranes Argumentation zu folgen, wird immer wieder belohnt. Was ist "Geist"? Man "hat" kein Ding namens Geist, aber wir haben immer schon einen Begriff von ihm, nämlich eine Perspektive auf die Welt, ein intuitives Wissen davon, wie es sich anfühlt, bewusst zu sein. En passant liefert ­Crane mit seinem luziden Buch auch noch eine gelungene Einführung in das philosophische Denken von heute.

Sebastian Kiefer in FALTER 1-3/2009 vom 16.01.2009 (S. 19)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb