Hinter den Übergängen
Gedichte und Stimmen

von Dane Zajc, Fabjan Hafner

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Verlag: Klett-Cotta
Erscheinungsdatum: 01.01.2003


Rezension aus FALTER 45/2003

Selten fehlt der paternalistische Hinweis, der Dichter komme aus einem kleinen Land. Vor allem in Österreich freut man sich, wenn andere Länder noch kleiner sind. Der slowenische Herr, von dem hier die Rede ist, wäre zweifellos hierzulande einer der Größten. Aber es braucht unsere falsche Großmut nicht, Dane Zajc, geboren 1929, hat im Kosmos der Poesie längst seinen Platz. Er gilt als bedeutendster slowenischer Lyriker der Gegenwart; jetzt ist bei Klett-Cotta ein Sammelband erschienen (im Kärntner Wieser-Verlag gab es bereits vor Jahren einen Gedichtband von Zajc). Die glänzenden Übersetzungen stammen vom Kärntner Slowenen Fabjan Hafner.

Dane Zajc ist ein unpolitischer Dichter, dessen Politikabstinenz selbst ein Ärgernis darstellt. Es erklärt nichts, dass er als Knabe die Nazis das Haus niederbrennen sah, in dem sich seine Familie befand. Es besagt nichts, dass er sich im Tito-Kommunismus als Bibliothekar durchfrettete und seine Gedichte zuerst nur im Eigenverlag herausbringen konnte. Ebenso wenig hat es zu bedeuten, dass er 1991-1995 Präsident des slowenischen Schriftstellerverbands war. Zajc blieb abseits von Politik und Gesellschaft, er entschied sich gegen die Rolle des Dissidenten und für die des "homo poeticus", wie das die Essayistin Ilma Rakusa formuliert. Soll heißen: Er schafft seine eigene Welt aus Schlangen und Schweigen, aus weißen Wieseln und Rauch, aus Asche und Schnee, aus Vergessen und Vergeblichkeit, eine Welt, in der jeder Täter und Opfer zugleich ist. Eine poetische Welt, die Ausdrücke wie "archaisch", "expressionistisch" und "beschwörerisch" nur unzulänglich beschreiben, ist sie in ihrer Eigensprachlichkeit doch höchst modern. Zajc, der seine Gedichte meisterhaft rezitiert, präsentiert sein Programm "Feuer im Mund" (liegt dem Buch als CD bei) zur Eröffnung von "Literatur im Herbst" mit dem Akkordeonspieler, Musiker und Schauspieler Janez Skof.

Armin Thurnher in FALTER 45/2003 vom 07.11.2003 (S. 70)


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