Sex - die wahre Geschichte

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Kurzbeschreibung des Verlags:


Monogamie ist von der Natur nicht vorgesehen. Mit dieser wissenschaftlich fundierten Erkenntnis stellen die Autoren unser Verständnis menschlicher Evolution und den angeblichen Kern unserer westlichen Gesellschaften infrage: die monogame Paarbeziehung.
Dieses Buch stellt so ziemlich alles infrage, was wir bislang über Partnerschaft, Ehe und Gesellschaft geglaubt haben. Die beiden Autoren untersuchen die prähistorischen Wurzeln der menschlichen Sexualität und hinterfragen, welches Sexual- und Paarungsverhalten das natürliche ist. Die Veranlagung zur Monogamie, die Darwin und nach ihm viele Evolutionsbiologen konstatierten, ist eine krasse Fehlinterpretation. Die Autoren greifen die Wurzeln unseres Verständnisses von Ehe, Partnerschaft und Gesellschaft an und argumentieren damit gegen eine ganze Zunft, die Monogamie als genetische anthropologische Konstante betrachtet.
Stützt sich auf Forschungsergebnisse aus der Anthropologie, Primatologie, Physiologie und Vorgeschichte

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FALTER-Rezension

Sex, Macht und die Frage der Treue

Theologen und Anthropologen be- weisen gerne die Natürlichkeit der Monogamie. Gemessen an den „Inves-titionen“ in den Fötus, liest man etwa in Jared Diamonds „Warum macht Sex Spaß?“ (2011), sei Monogamie die ef- fektivste Lösung für die größtmögli- che Verbreitung der Gene von Vater und Mutter. Unsere Gesellschaft ist noch immer geprägt von dieser Stan- darderzählung, die übrigens misogy- ne Züge trägt, denn die Sexualität der Frau tritt hier als zweckhaft und kon- trollierbar auf: Das Eingehen weiterer sexueller Beziehungen nennt man des- wegen auch Untreue.
Christopher Ryan und Cacilda Jethá sind beileibe nicht die Ersten, die die- ses Narrativ infragestellen, doch nie- mand hat zuvor so scharfsinnig und witzig die Literatur gesichtet und den alten Argumenten so überraschend neue aus verschiedensten Diszipli- nen hinzugefügt. Heute existieren- de Wildbeutergesellschaften sind al- le­samt sehr egalitär in Bezug auf Be- sitz und Zugang zu Sexualpartnern – nur eines von vielen Indizien dafür, dass diese Gesellschaften Traditionen aus der Zeit vor dem Übergang zum Bauerndasein pflegen.
Das menschliche Ejakulat ist bio- chemisch auf Konkurrenz zu anderen Spermien ausgerichtet, auch bei unse- ren Nächstverwandten, den Bonobos, deren Genitalien den unseren ähneln. Das heißt, dass männliche Konkur- renz in eine Konkurrenz der Spermi- en im Genitaltrakt der Frau umgewan- delt wurde. Monogamie schaltet diese Spermienkonkurrenz aus und schafft daher evolutionäre Nachteile, meinen die Autoren. Unsere Bewegungen beim Sex und die Verlegung der Hoden aus dem Körper heraus seien am leichtes- ten aus unserer promiskuitiven Urge- schichte zu erklären, aber auch die Fä- higkeit der Frau zu mehreren Orgas- men, die dazu führte, dass weibliche Sexualität oft dämonisiert wurde.
Trotzdem halten wir es eher mit den Schimpansen, die sexuelle Fra- gen durch Macht lösen. Ginge es nach Ryan und Jethá, sollten wir uns trau- en, mehr wie die Bonobos zu leben: Sie lösen ihre Machtfragen durch Sex und gehören deshalb zu den klügsten, zärtlichsten und friedlichsten höheren Lebewesen.

Sebastian Kiefer in Falter 45/2016 vom 11.11.2016 (S. 32)

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Produktdetails
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ISBN 9783608980509
Ausgabe 5. Druckaufl., 2022
Erscheinungsdatum 22.08.2016
Umfang 432 Seiten
Genre Ratgeber/Lebenshilfe, Alltag/Partnerschaft, Sexualität
Format Hardcover
Verlag Klett-Cotta
Vorwort Ulrich Clement
Übersetzung Birgit Herden
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