Die Glückszahl

von Silvio Blatter

€ 15,40
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Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Erzählende Literatur
Umfang: 192 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.03.2001

Rezension aus FALTER 26/2001

"Die Glückszahl" ist eine Sommergeschichte, so wie wir sie von einem besonders interessanten Freund am Küchentisch in aller Ruhe erzählt bekommen möchten. Die Rolle des Erzählers übernimmt Philip, ein Kunstrestaurator. Eine zufällige Begegnung mit seiner ehemaligen Freundin, die auf einer Rolltreppe an ihm vorbeifährt, löst in ihm die Erinnerung an eine zehn Jahre zurückliegende Geschichte aus: Ein Sommer, eine Liebe - auch Rosamunde Pilcher könnte Vergnügen an dieser Ausgangssituation haben. Doch der Schweizer Autor Silvio Blatter rettet uns sowohl gedanklich als auch räumlich vorm südenglischen Idyll: Der Glückszahl-Sommer spielt in Zürich.

Philip, damals noch unentschlossen, wo sein Lebensweg hinführen soll, jobbt vorzugsweise in einem Tennisclub. In punktgenauen Beschreibungen werden wir in die hochsommerliche Atmosphäre dieses entspannten Ortes entführt und von der fast mündlichen Sprache mitgerissen. Doch nicht nur Philip und Jodie verlieben sich im Verlauf des novellenartigen Romans, sondern auch ihre jeweils allein erziehenden Elternteile - sein Vater und ihre Mutter beginnen eine Beziehung. In diesem "gemischten Doppel" verändern sich die Kinder-Eltern-Verhältnisse, und schließlich greift die "Die Glückszahl" ein: Die Nummer einer Preisausschreiben-Rubbelkarte wird das Schicksal aller vier Personen dramatisch verändern. Schicksal oder Zufall, wenn Katastrophen geschehen, - wie viel Schuld können wir unserem eigenen Handeln geben? Diese Gedanken beschäftigen zum Schluss nicht nur die Hauptfigur, sondern auch den Leser, nachdem er diese perfekte Urlaubslektüre verschlungen hat.

Sabine Dorscheid in FALTER 26/2001 vom 29.06.2001 (S. 60)


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