Das Beste, was einem Croissant passieren kann

von Pablo Tusset

€ 20,50
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Übersetzung: Susanna Mende
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Erzählende Literatur
Umfang: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 17.02.2003

Rezension aus FALTER 18/2003

O ewige Jugend, nicht enden wollende Adoleszenz! Einst war sie eine Verheißung, jetzt ist sie ein Fluch. Zumindest wenn sie unentwegt in Romanen von Leuten gefeiert wird, die die dreißig längst überschritten haben. Kurt und Jens sind 26, als sie es wagen, das Hotel Mama endlich zu verlassen und eine WG in der "Großstadt" Kiel zu gründen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen: endlich eine Frau ins Bett zu kriegen. Sie gehören eher zu den Frauenverstehern, kennen sich prima im Feminismus aus und bemühen sich, immer schön p.c. zu sein - womöglich holen sie sich gerade deswegen einen Korb nach dem anderen. Was der Kieler Bjorn Erik Sass in seinem Debüt "Herrenbesuch" durchaus charmant und selbstironisch vorträgt, könnte man als Trostlektüre für schlappschwänzige Kleinstadtneurotiker bezeichnen. Oder man ist jung genug, um über die Probleme von Kurt und Jens noch herzhaft lachen zu können. Da ist der Katalane Pablo Tusset schon von anderem Kaliber. Sein exzentrischer Schelmenroman "Das Beste was einem Croissant passieren kann" landete auf Platz eins der spanischen Bestsellerliste, gewann einen Preis für das beste literarische Debüt und wird gerade verfilmt. Tussets Held ist 35, fettleibig und ein schrecklicher Angeber. Er trödelt durchs Leben, zieht zum Frühstück erst mal ein anständiges Horn durch, hat eine Affäre mit einer tollen Frau und lebt vom Geld seiner wohlhabenden Eltern. Er ist das Gegenteil von Kurt & Jens: politisch unkorrekt, chauvinistisch und erfolgreich präpotent. Tusset bläst mächtig die Backen auf, spielt mit dem Genre des Detektivromans und zeichnet ein cooles Porträt von Barcelona. Wer Erzähler mag, die es so richtig krachen lassen, kommt hier voll auf seine Kosten, auch wenn es Tusset mit den pubertären Sprüchen seines Hobbydetektiven mitunter übertreibt.

Thomas Askan Vierich in FALTER 18/2003 vom 02.05.2003 (S. 70)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Herrenbesuch

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