Und da kam Frau Kugelmann

von Minka Pradelski

€ 20,50
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Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Erzählende Literatur
Umfang: 256 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.09.2005


Rezension aus FALTER 50/2005

Heilger Bimbam!

Zippy Silberberg ist eine seltsame Person. Nicht nur, weil sie keinen Fisch mag und stattdessen lieber anderen, eigenartigen Genüssen frönt: Zippy ist süchtig nach Gefrorenem, vor allem gefrorenem Gemüse (in dringenden Fällen tun's auch ordinäre Eiswürfel). Am meisten Angst aber hat sie vor Feuer: Überall, wo sie sich aufhält, studiert sie zuallererst eingehend und liebevoll den Fluchtplan. So sehr sehnt sich die deutsche Nachgeborene polnischer Juden danach, das Überleben selbst zu erleben, dass sie sogar schon einmal falschen Alarm ausgelöst hat.

Doch, wie Minka Pradelski schon im Titel ihres Romans "Und da kam Frau Kugelmann" klar macht, geht es nicht nur um Zippy, sondern mindestens im gleichen Maße um die rundliche Bella Kugelmann, die bald nach Zippys Ankunft in Tel Aviv deren Hotelzimmer entert und erzählt. Und erzählt. Und erzählt. Vom jüdischen Leben in ihrem Heimatort - vor dem letzten Krieg. Herrliche Anekdoten über den schönen Adam, über die stolze Polin, über Mäntel, in deren Taschen plötzlich Geld steckt; Geschichten, die davon handeln, wie "fromme Mädchen bei uns verdorben werden" oder wie "dem Christengott einmal ein Schnippchen geschlagen wurde". Zippy, erst widerständig, dann aber süchtig nach dem Wortstrom der Bella Kugelmann, vergisst darüber ganz ihre Lust auf Kälte und Katastrophe. Kein Wunder, sondern die schlichte Widerstandskraft der Worte gegen Feuer wie Eis.

Karin Schuster in FALTER 50/2005 vom 16.12.2005 (S. 69)


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