Die Party

Eine Einkreisung
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Eine Party läuft aus dem Ruder.
Eine Softeisverkäuferin landet durch Zufall auf einer Party, die sich als biedere Kochveranstaltung im Elternhaus eines Regisseurs herausstellt. Der Parade-Feminist und Egozentriker belehrt seine Gäste in langen Monologen und Bernhard-Manier, darunter eine 30-jährige Juristin und »Powerfrau« sowie ein weltverbesserisches Trachten-Pärchen. Während Prosecco getrunken und Rohschinken gegessen wird, diskutieren die Partygäste über »starke Frauen« und Frauenquoten. Dabei fallen die Figuren nach und nach aus ihrer Rolle, nimmt das Themenkarussell so schnell Fahrt auf, dass nicht nur der Softeisverkäuferin schwindlig wird. Bis zur Eskalation ist es nur eine Frage der Zeit. Die gefeierte Kabarettistin Ulrike Haidacher entwickelt in ihrem Debütroman eine »Sogkraft«, der sich niemand entziehen kann. Garniert mit Übersteigerung und originellem Sprachwitz vollführt der Text die hohe Kunst der Komik, die geradewegs in die Tragödie schlittert. Eine Party, die man nicht so schnell vergisst!
»Der Zeitpunkt, an dem auf einer Party Pop-up-Schürzenstände aufgebaut werden, kann als der Moment gesehen werden, eine Party guten Gewissens zu verlassen, man muss nicht immer bis zum bitteren Ende bleiben.«

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FALTER-Rezension

Der Mansplainer und die Raika-Mitarbeiterin

Bei Romanen stellt sich oft die Frage: Wird die Verfilmung dem Buch gerecht? Ulrike Haidachers belletristischer Erstling „Die Party“ fordert einen rareren Vergleich heraus: Kann ein Roman so gut sein wie das Kabarettprogramm, aus dem er hervorgegangen ist?

Er kann. Schon das Original „Aus Liebe“ – als Solo selbst ein Debüt – ließ 2018 erahnen, dass in der spröderen Hälfte des Kabarettistinnen-Duos Flüsterzweieck literarische Qualitäten schlummern. An Wolf Haas erinnerte die Weitschweifigkeit der Erzählerin in ihren humorvoll scheiternden Versuchen wahrhaftiger Darstellung. Entsprechend trägt „Die Party“ nun den treffenden Untertitel „Eine Einkreisung“. Haidacher schrieb den Roman in der Zeit, als lockdownbedingt keine Auftritte möglich waren.

Die Protagonistin gerät unversehens in einen 80er-Jahre-Partykeller, wo ein eitler Regisseur ein privates Koch-Event veranstaltet. Die Gäste sind surreal überhöhte Versionen altbekannter Typen von Party-People. Sie heißen „die erdfarbene Frau“, „das glückliche Paar“ und – als einzige mit Namen, weil der einfach so gut zur obergescheiten Raika-Mitarbeiterin passt – „die Verena“. Zunehmend redet sich die Festgesellschaft um Kopf und Kragen. Es geht um ein Thema, das in den Jahren seit der Premiere des Programms an Sprengkraft noch gewonnen hat: den Feminismus. Haidacher führt exemplarisch vor, was an dieser Debatte heute schiefläuft.

Symbolisch für das typische Partygefühl der Erzählerin, alles seltsam unbeteiligt zu überblicken, steht ein Stück Petersilie, das dem Gastgeber beim Mansplainen aus dem Mund gefallen ist. Früher oder später, dräut es der Protagonistin, wird es jemand achtlos mit dem frisch aufgeschnittenen Rohschinken verzehren.

Auf der Bühne skizzierte Ulrike Haidacher die Figuren durch Habitus und Akzent. Was auf Papier wegfällt, ergänzt sie geschickt durch nicht weniger plastische Beobachtungen in lan-gen Gedankenströmen, die sich dennoch flüssig lesen lassen. Mit ihrem soghaften Albtraum-Roman ist der Autorin eine furiose Zeitskizze gelungen.

Martin Pesl in Falter 34/2021 vom 27.08.2021 (S. 30)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783701182077
Erscheinungsdatum 25.08.2021
Umfang 224 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Leykam
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