Heiße Zeiten
50 Antworten auf brennende Fragen zum Klimawandel

von Irene Brickner, Johanna Ruzicka

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Residenz
Erscheinungsdatum: 01.09.2007

Rezension aus FALTER 39/2007

Prima Klima

Spätestens seit dem 30. Oktober 2006 scheint sich die Welt nicht mehr vor Al Gores "unbequemer Wahrheit" drücken zu können. Der ehemalige Chefökonom der Weltbank Sir Nicholas Stern in London zeigte in seinem Bericht zu den wirtschaftlichen Folgen des globalen Klimawandels die katastrophalen Folgen, sollte der Mensch die Freisetzung von Treibhausgasen nicht reduzieren. Für den damaligen britischen Premierminister Tony Blair war der "Stern-Report" das wichtigste Dokument, das er seit Amtsantritt gelesen hat.
Auch wenn Sterns Schadensschätzungen wissenschaftlich umstritten waren, so griffen Politik und Medien die drohende Klimakatastrophe breitflächig auf. Nach Sterns Weckruf traf auch der UN-Weltklimabericht des IPCC Anfang des Jahres auf Gehör. Die deutsche Bild-Zeitung rief im Februar jedenfalls gleich mal den Weltuntergang aus.
Zwischen Apokalyptikern und Skeptikern, verbreiteten Wahrheiten und Halbwahrheiten und "unschönen Pro-und-Kontra-Schlammschlachten", kurz: einem medialen Overkill einen kühlen Kopf zu bewahren, ist nicht leicht. In "Heiße Zeiten" gelingt dies Irene Brickner und Johanna Ruzicka sehr gut. Anhand von fünfzig Fragen arbeiten die zwei Autorinnen kurz, kompakt und unterhaltsam alle relevanten Bereiche ab: das Klima selbst, die Politik, die Energie, die Wirtschaft und den Verbraucher.
Ihre umfassende und genaue Recherche, für die die zwei Standard-Redakteurinnen bereits mit dem Klimaschutzpreis von Umweltministerium und Österreichischer Hagelversicherung ausgezeichnet wurden, hat sich auch im Buch niedergeschlagen. Ist das Klimakapitel selbst vielleicht etwas schlank geraten (Stichworte wie Rückkopplungseffekte und Kipp-Prozesse fehlen), so verfolgen Brickner und Ruzicka überzeugend die Klimastränge durch Ökonomie und Politik.
Zu guter Letzt wird auch die Frage beantwortet, wie jeder Einzelne für gute Luft sorgen kann – ein guter Anlass, sich einmal wieder unbequemen Wahrheiten zu stellen.

Lena Yadlapalli in FALTER 39/2007 vom 28.09.2007 (S. 70)


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