Kind ohne Zeit
Das intensive Leben des Hansi Lang

von Fabian Burstein

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Residenz
Erscheinungsdatum: 01.11.2008

Rezension aus FALTER 6/2009

Dieses Buch ist ein Streitfall. Martin Blumenau hat es in seinem FM4-Blog zur Schnecke gemacht ("Katas­trophe"), wofür Blumenau wiederum von Tex Rubinowitz im Falter als "knasterbärtig" verhöhnt wurde. Tatsächlich ist das Buch ein Grenzfall. Als Hansi Lang Ende August überraschend einem Schlaganfall erlag, hatte der junge Journalist Fabian Burstein (geb. 1982) mit dem Sänger ein Jahr lang dessen Biografie aufgearbeitet; über Nacht war aus der Beichte eines Überlebenden das Vermächtnis eines Toten geworden. Eine Situation, mit der Burstein verständlicherweise etwas überfordert war, und so finden sich etliche Passagen, in denen die Grenze zur Peinlichkeit überschritten wird. Dafür kommt man dem Künstler hier aber auch näher als das in einer konventionellen Biografie möglich wäre: die raue Kindheit im Döblinger Gemeindebau; die lebenslange Suche nach dem abwesenden Vater, einem US-Besatzungssoldaten; die Drogen und die Liebesaffären: In Nahaufnahmen entsteht das Bild eines zerrissenen Manns, der den Soul der großen weiten Welt im Herzen und Wien im Blut hatte. Einmal besuchen Burstein und Lang das frühere Olympia-Kino in Sievering, aus dem längst eine Billa-Filiale wurde. In der Feinkostabteilung bestellen sie Wurstsemmeln mit Gurkerl. Und Hansi Lang sagt: "Das hier ist für mich Hollywood." Alles in allem ist dieses Buch dann doch ein Glücksfall.

Wolfgang Kralicek in FALTER 6/2009 vom 06.02.2009 (S. 18)


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