Das leise Sterben

Warum wir eine landwirtschaftliche Revolution brauchen, um eine gesunde Zukunft zu haben
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Wissenschaftsbuch des Jahres 2020 in der Kategorie Naturwissenschaft/Technik!
Umweltverschmutzung, industrielle Landwirtschaft und Raubbau am Ackerboden verursachen chronische Krankheiten. Was ist der Ausweg?
Während die Weltbevölkerung rasant auf die 8. Milliarde zusteuert und immer mehr Menschen am Wohlstand teilhaben wollen, breiten sich stetig chronische Krankheiten in allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten aus. Warnungen vor unmittelbaren Bedrohungen wie Umweltverschmutzung, Bodenverarmung und Abnahme der Biodiversität verhallen weitgehend ungehört. Der Humanbiologe und Arzt Martin Grassberger zeigt auf, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der rücksichtslosen Zerstörung der Natur und den leisen Epidemien chronischer Krankheiten besteht. Die Einsichten sind ernüchternd. Grassberger zeigt jedoch mögliche Auswege aus der gegenwärtigen globalen Gesundheits- und Umweltkrise auf. Das Buch der Stunde!

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FALTER-Rezension

Von der Notwendigkeit einer Agrarwende

Der Titel „Das leise Sterben“ lässt an einen Thriller denken. Er zeigt eine Richtung an: Zaghaft formuliert wird hier nicht. Der Zusatz „Warum wir eine landwirtschaftliche Revolution brauchen, um eine gesunde Zukunft zu haben“ beschreibt das Thema. Und der Autor spart nicht mit Kritik. Unser aktueller Lebensstil, speziell die Ernährung, sei für mehr Todesfälle verantwortlich als jeder andere Risikofaktor, lautet die Kernthese des Gerichtsmediziners und Biologen Martin Grassberger.

Unser Essen kommt, selbst wenn es bis zur Unkenntlichkeit mit chemischen Zusätzen verarbeitet ist, aus dem Boden, der mehr oder weniger fruchtbaren Erdschicht unter unseren Füßen. Dieser Zusammenhang finde im Medizinstudium zu wenig Beachtung, meint er. Die Schulmedizin, die nur an Symptomen herumdoktere, und die Agrarindustrie, die mit Monokulturen Erosion, Überdüngung, Unfruchtbarkeit verursache, nennt er als Indikatoren desselben Problems. Denn die Chemie schade den Mikroorganismen im Erdreich wie im Darm. Für beide bräuchte es einen ganzheitlichen Blick. Umfassend legt Grassberger auch sein Buch an und nimmt dabei Verkürzungen in Kauf.

Auf 332 dicht bedruckten Seiten käuen manchmal nicht nur die Kühe und Schafe wieder, sondern auch der Autor. Mit dem Verarmen der Böden und dem zerfurchten System der modernen Landwirtschaft haben sich schon viele auseinandergesetzt. Im hinteren Teil geht Grassberger auf Lösungsvorschläge ein. Und er sammelt Erfahrung mit regenerativ-ökologischem Pflanzenbau im eigenen Garten. Besonders über die ernährungswissenschaftliche Recherche würde man gern mehr erfahren.

Spannend wird es, wenn Grassberger in den Rinderpansen schaut oder den PR-Unfug der Wirtschaftskammer entlarvt, die sich schützend vor die Zuckerindustrie stellt. Das alles spricht für eine Agrarwende, die hier nicht nur als Wunsch, sondern auch als Notwendigkeit formuliert wird. Grassbergers Forderungen sind nicht neu, sie müssen aber immer wieder vorgebracht werden, um irgendwann zu fruchten.

Juliane Fischer in Falter 4/2020 vom 24.01.2020 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783701734795
Erscheinungsdatum 24.09.2019
Umfang 336 Seiten
Genre Sachbücher/Natur, Technik/Natur, Gesellschaft
Format Taschenbuch
Verlag Residenz
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