Österreichisches Jahrbuch für Politik / Österreichisches Jahrbuch für Politik
1998

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Verlag: Böhlau Wien
Genre: Geisteswissenschaften
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 27/1999

Tiefe des Raumes

Das Österreichische Jahrbuch für Politik 1998 ist erschienen -in neuem Gewand.

Die alten Bände stehen nebeneinander im Regal. Schön sind sie nicht, aber weiß, mit abgerundeten Ecken, einem schweren Papier, plastifiziertem Umschlag (wischfest) und außen und innen von unmöglicher Typografie. Irgendwie waren sie Unbücher, und ihr niedriges Format hat mir nahegelegt, ein eigenes Regalfach platzsparend an ihre Höhe anzupassen.

Damit ist jetzt Schluß. Designer sind mitleidlos. Das Österreichische Jahrbuch für Politik 98, soeben erschienen, wurde neu gestaltet. Ein schönes Buch ist es geworden, ein bißchen unpraktischer halt (der rohe Karton des Umschlags registriert jeden Fingerabdruck). Dafür haben ihm die Designer Deisenberger und Lübke Prägung und Silberdruck verpaßt, den Schnitt schwarz gefärbt und innen eine moderne, gut lesbare Typografie geschaffen. Daß das Buch seine Vorgänger in der Höhe um satte vier, in der Breite um deutliche 2,7 und in der Tiefe um geschwollene 2,1 Zentimeter übertrifft, ist das Problem des Benutzers und seines Regals. Schönheit muß leiden.

Schließlich geht es um Inhalte, und da ist das Jahrbuch, publiziert von der Politischen Akademie der ÖVP und herausgegeben von Andreas Khol, Günter Ofner und Alfred Stirnemann, seit über 20 Jahren Garant für Qualität. Es kombiniert die Verläßlichkeit des Überblicks über alle wichtigen Wahlen seit 1945 mit relevanten Analysen und Kommentaren aus allen politischen Richtungen zum Politikjahr 1998. Schade, daß der ausführliche Statistikteil mit den Tabellen zu Budget und Wirtschaftslage dem Wandel (dem Design?) zum Opfer gefallen ist.

Im Schwerpunktthema beschäftigt sich das Jahrbuch mit Österreich im 21. Jahrhundert. Ein Schmankerl: Heide Schmidt und Helene Partik-Pable befassen sich jeweils mit der Frage: "Wird Österreich zum Polizeistaat"? Daß das Jahr 1998 von Bundespräsidentenwahl bis EU-Präsidentschaft, von Niederösterreich-Wahl bis SPÖ-Programm sorgfältig und fachmännisch aufgearbeitet wird, versteht sich. Fazit: Darf in keinem Bücherschrank eines politisch Interessierten fehlen, und sei der Raum dort noch so eng.

Armin Thurnher in FALTER 27/1999 vom 09.07.1999 (S. 10)


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