Die Rache der Sprache
Hässlichkeit als Form des Kulturwiderstands in der österreichischen Gegenwartsliteratur

von Helmut Gollner

€ 39,90
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Verlag: Studien Verlag
Format: Taschenbuch
Genre: Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft/Deutsche Sprachwissenschaft, Deutschsprachige Literaturwissenschaft
Umfang: 348 Seiten
Erscheinungsdatum: 28.04.2009

Rezension aus FALTER 37/2009

Rache ist süß, sagt das Sprichwort, aber was Helmut Gollner in seinem Essay über, so der Untertitel, "die Hässlichkeit als Form des Kulturwiderstands in der österreichischen Gegenwartsliteratur" ans Tageslicht befördert, ist mehr als schiach.
Ernst Jandl spricht die herrschende Kultur zuschanden, indem er, was schön ist in ihr, verhässlicht; Werner Schwab verbiegt die Kultursprache, weil es ihm unmöglich ist, eine verbogene Existenz in gerader Sprache wiederzugeben; Elfriede Jelinek fetzt die Sprache ihren Begradigern aus Kapitalismus, Faschismus und Patriarchat um die Ohren; Wolfgang Bauer und Peter Turrini lauern der Sprache auf wie lustvoll agierende Partisanen. Und Franzobel ist zwar kein richtiger Rächer mehr, aber wenigstens ein ungezogenes Kind, das den Gehorsam gegenüber der herrschenden Kultur fantasievoll verweigert.
All das hat die Wiener Gruppe vorausgedacht: dass Sprache lügt und dass man, um die Kulturlügen zu zerstören, die Sprache zerstören kann, darf und muss. "die organisation der wirklichkeit durch die sprache ist unerträglich", konstatiert Oswald Wiener in der "Verbesserung von Mitteleuropa". Gollners Monsteressay ist ein pures Lesevergnügen, die reiche Ausbeute an Zitaten und Analysevorschlägen machen ihn zu einem aufregenden Hand- und Lesebuch für alle, bei denen es sich ausgewaggerlt und ausgeweinhebert hat.

Veronika Seyr in FALTER 37/2009 vom 11.09.2009 (S. 18)


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