Wiedersehen im Niemandsland
Die Geschichte dreier Brüder 1940-1949

von Thomas Trenkler

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Verlag: Czernin
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Romanhafte Biografien
Umfang: 160 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.11.1999

Eine literarische Rekonstruktion der Ereignisse anhand der Erinnerungen und Briefe dreier Brüder, die Mitte/Ende der 20er Jahre im sudetendeutschen Reichenberg als Söhne eines Kaufmanns geboren wurden, der kein Hitler-Bild in seinem Laden dulden wollte.

Den Ältesten zog man schon bald ein. Er kam nach Rußland, nach Rumänien, nach Frankreich. Er wurde verwundet. Und erlebte zwischendurch mit seiner Freundin ein glückseliges Wochenende in Wien. Der Mittlere brannte darauf, in den Krieg ziehen zu dürfen. Als es so weit war, gab es kaum mehr Illusionen. Vor den Toren der Stadt stationiert, erlebte er das Bombardement Dresdens. Und glaubte seinen Bruder verloren, der dort bei den Kapellknaben war. Doch der Jüngste überlebte. Wie durch ein Wunder. Er ging zurück zu seinen Eltern. Der Einberufungsbefehl kam zu spät. Von den Amerikanern an der Westfront gefangengenommen, floh der Mittlere nach der Kapitulation nach Reichenberg. Wo kein Bleiben war. Delogiert, ließ sich die Familie eines nachts gegen viel Geld nach Wien schleppen. Dort arbeiteten die beiden Brüder in einem Lokal der US- Soldaten. Und zweigten vom Gries ab, der zum Tanzen aufs Parkett gestreut wurde. Der Mittlere ging nach Frankfurt, wo der Älteste am Bahnhof Beschäftigung gefunden hatte. Sie lernten Frauen kennen, die sie bald heirateten. Der Jüngste blieb als Staatenloser in Wien und machte zunächst die Matura. Seinen älteren Bruder sah er im Niemandsland wieder: Auf der Brücke über der Salzach. Thomas Trenkler, geboren 1960 in Salzburg, studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Graz. Seit 1984 journalistisch tätig, seit 1993 Kulturredakteur bei der Tageszeitung Der Standard. Mehrere Buchveröffentlichungen.

Rezension aus FALTER 12/2000

Was hast du im Krieg gemacht, Vater? Eine Frage, die in den Sechzigerjahren als Drohung zu verstehen war, ist für den Standard-Kulturredakteur Thomas Trenkler Ausgangspunkt für die mitfühlende Rekonstruktion eines dramatischen Kapitels aus der Familiengeschichte. "Wiedersehen im Niemandsland" erzählt, was Trenklers Vater Gerhard und dessen beide Brüder im Krieg gemacht haben. Der eine kämpft in der Wehrmacht, wird gefangen genommen und verwundet; der andere wird knapp vor Kriegsende eingezogen; Gerhard, der Jüngste, verlebt die Kriegsjahre als Kapellknabe in Dresden - und überlebt die Bombenangriffe der Alliierten. Nach dem Krieg wird die deutschböhmische Familie aus ihrer Heimatstadt Reichenberg vertrieben. Trenkler hat die Geschichte akribisch recherchiert und ist um einen lakonischen Ton bemüht; der mit den Protagonisten nicht verwandte Leser hat mitunter dennoch den Eindruck, etwas zu lesen, was ihn eigentlich nichts angeht.Operette und Holocaust: Dieses gruselige Thema versucht Günther Schwarberg am Beispiel von Fritz Löhner-Beda aufzuarbeiten, einem der erfolgreichsten Kabarett- und Operettentexter im Wien der Zwanziger- und Dreißigerjahre. Die Operettenbegeisterung Hitlers und anderer Nazi-Größen bewahrte den Librettisten von Hits wie "Die Blume von Hawaii" nicht vor dem Terror: Mit dem "Prominenten-Transport Nr. 1" wird der Jude Löhner-Beda 1938 nach Dachau deportiert; im Dezember 1942 wird er in einem Auschwitz-Nebenlager erschlagen. Die nach Löhners bekanntestem Lied benannte Biografie "Dein ist mein ganzes Herz" ist leider nicht nur stilistisch wenig überzeugend ausgefallen: Bei jeder Gelegenheit schweift der Autor vom spannenden Thema ab - ohne es je gefunden zu haben.

Wolfgang Kralicek in FALTER 12/2000 vom 24.03.2000 (S. 70)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Dein ist mein ganzes Herz (Günther Schwarberg)

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