Blattsalat
99 balsamische Kolumnen

von Günter Traxler

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Verlag: Czernin
Format: Hardcover
Genre: Ratgeber/Essen, Trinken/Allgemeines, Lexika, Tabellen
Umfang: 240 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.08.2001

Rezension aus FALTER 39/2001

Mit Kolumnen ist es wie mit Fernsehserien. Hat man die ersten fünf überstanden, gewöhnt man sich an die handelnden Personen und will mehr von ihnen. Etwa von C, F und K, Polly Adlers esoterischen Freundinnen auf Diät und der Suche nach Liebe. Polly Adler stopft dieses "Chaos de Luxe" jede Woche im Freizeit Kurier in ein Feld so klein wie ein Hundert-Schilling-Schein. Weil Adlers Alter Ego Angelika Hager aber in Wien und nicht in London oder New York schreibt, wird ihre soeben erschienene Kolumnensammlung wahrscheinlich nicht als Film oder Fernsehserie enden. Wer flapsige Sprüche mag, wird "Familienstand: erledigt" und "Männer: Kinder mit Schulden" lieben. Andere könnten Polly verübeln, dass es offensichtlich sie war, die "zugange sein" als Universalverb in den österreichischen Magazinjournalismus eingeschleppt hat.Sprachlich unverdächtig ist Daniel Glattauer, der seine schönsten "Kommentare zum Alltag" ebenfalls zum Buch hat binden lassen. Glattauer füllt auf der Seite eins des Standard regelmäßig ein Kästchen mit Witz und Unfug. Hauptdarsteller mit Wiedererkennungswert hat "Die Ameisenzählung" leider nur wenige.Dafür umso spannendere wie den "zweiten Mann", der im selben Rhythmus wie Glattauer lebt und ihm ständig in der U-Bahn oder im Supermarkt begegnet. Günter Traxler macht seinen "Blattsalat" auch zweimal die Woche im Standard an. Lieblingsopfer: Hans Dichand, Wolfgang Fellner, Andreas Mölzer, Helmut Zilk. In seinen gesammelten Kolumnen erzählt er so nebenbei die Geschichte der Formil-Fusion anhand der Editorials von profil, Format und News. Leider finden sich in dem Buch nicht wie auf der Rückseite versprochen Kolumnen aus elf, sondern nur aus fünf Jahren. Also lernt man im "Blattsalat" nichts über die Anfänge der Mediaprint.

Für alle drei Werke gilt, was Klaus Nüchtern im Vorwort zu seinen gesammelten Betrachtungen (ja, auch der Falter-Verlag bringt diesen Herbst eine Kolumnensammlung heraus) empfiehlt, nämlich "dieses Buch wie Schnaps zu benutzen: nicht mehr als drei bis vier Stück täglich und dazwischen auch mal den einen oder anderen Tag pausieren".

Eva Weissenberger in FALTER 39/2001 vom 28.09.2001 (S. 67)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Die Ameisenzählung (Daniel Glattauer)
Chaos de Luxe (Polly Adler)

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